AGORA TUTTI-Special zum Globalnoise-Day

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Nachfolgend der Text, den die AGORA TUTTI-Ladys zum Globalnoise-Tag am 13. Oktober auf dem Berliner Hermannplatz laut geschrien und ernst gemeint haben:
(English below, thanks, Pippa!
Und außerdem weiter unten die filmische Dokumentation von Kieke-ma Film-Berlin – danke auch dafür!)

Ich bin ein normaler Mensch, der die Fresse voll hat.
Ich sehe, was hier los ist. Auf der Welt, in Europa und auch in diesem Land.
Ich sehe, wohin die Konzepte des Staates und des Kapitals uns und unseren Planeten gebracht haben.
Ich glaube nicht mehr daran, dass Gesetze, die erlassen werden von den Scharlatanen, deren sogenannte Lösungen schon immer zu immer mehr Hunger, Krieg, Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung führten, für ein menschenwürdiges Zusammenleben sorgen können.
Ich weiß, dass die Herrschaft des einen über den anderen die eine und den anderen daran hindert, ein gutes Leben zu leben. Weiterlesen

AGORA TUTTI – Kapitel 01

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Raus aus dem Winter, rein in den Mai!
Die erste Folge unserer neuen Sendernovela ist nun online.Titelbild-01
Es ist der Anfang. Nur ein Anfang, aber immerhin. Anderswo heißt das Pilot, hier ist es der Anfang zu einer present-progressive-fiction Webserie über den Prozess mit den vielen Namen: Occupy, Global Change, whatever … ist auch egal, weil es ist ein Prozess und keine Bewegung, keine Initiative, nicht irgendetwas, was wir so bislang kennen.

Elke, Manuela, Alvine, Margarete, Justus und viele andere begreifen sich als Teil dieses Prozesses, sie stecken da irgendwie drin und lernen, kämpfen, verzweifeln, feiern sich selbst und die Revolution – kurz – sie probieren es halt. Weil diejenigen, die das tun, was alle für unmöglich halten, sind am Ende vielleicht die, die das richtige getan haben, was dann irgendwann folgerichtig und simpel daherkommt, aber zunächst als das absurdeste erschien.

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Demoaufruf 15. Januar! Eine mögliche Welt ist anders!

Die nächste weltweite Welle rollt am 15. Januar! Im folgenden der Demoaufruf:
Quellen: http://occupyberlin.de/ und http://www.alex11.org

Am 15. Januar gehen wir weltweit auf die Straße, weil wir einen grundlegenden Wandel des politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Systems fordern. Weiterlesen

Die Asamblea (Vollversammlung)

In den Protestcamps, die weltweit im Rahmen der Demokratiebewegung (15Movement, #spanishrevolution, J14, aCAMPada, occupywallstreet, um nur einige Stichworte dazu zu nennen) wird überall in Vollversammlungen, an denen alle teilnehmen dürfen, die wollen, Basisdemokratie geübt. Die Asamblea bewährt sich dabei als hervorragendes Tool zur konsensorientierten Meinungs- und Entscheidungsfindung. Eine schöne Beschreibung und weiterführende Links gibt es hier auf alex11.org.

Das etwas modifizierte Modell der amerikanischen Occupy-Bewegung ist hier beschrieben.

Fury Uschi

Uschi is bored about this gentrification topic. She cannot hear it any longer.

But Uschi notices herself, that this attitude does not help. Because it’s a pop-market-position, to be bored, when you have heared something more then twice. That’s the issue of this little movie, see what Uschi becomes to!

And see the first and last Latte Machiato at Freies Neukölln!

(International Broken English with German subtitles)

Immer öfter lesen wir Sätze wie “Ich kann das nicht mehr hören” in Blogs und deren Kommentarspalten. Jedes Thema wird durch die neue und alte Medienwelt durchgezerrt, und ganz, ganz schnell wird es den meisten auch schon wieder langweilig damit. Dann muss die nächste Sau durchs Dorf gejagt werden.

Dahinter steckt ein prima Trick der Marktwirtschaft: Themen, die die Gesellschaft wirklich angehen, werden für kurze Zeit als hip und trendy vermarktet, selbstverständlich auch Themen, die unsere Wirtschaftsordnung im Mark erschüttern sollten. Aber ein Trend hält nicht lange an, und so schafft es der Markt selbst kritische Entwicklungen für sich nutzbar zu machen, weil ein Modethema nicht ausreichend Unruhe stiftet, aber kurzfristig für Interesse sorgen kann. Sobald so etwas wie tatsächliche Bürgerproteste entstehen, wird das Thema gleichzeitig wieder von den Titelseiten genommen. Die ersten rufen den ordentlichen Bürger schon wieder zur Ruhe, bevor man überhaupt damit beginnen konnte wirklich unruhig zu werden, das ganze wird runtergespielt, klein geredet, am Ende verurteilt und kriminalisiert. Und dann gibt es irgendwo anders schon wieder einen neuen Krisenherd, einen neuen Lebensmittelskandal oder Neues von He- und She-Vuzg. Und so kommen sie am Ende alle durch, all diejenigen, die Besitzstände zu wahren haben. Weil bald schon werden wir auch nichts mehr von Dioxin hören wollen, oder von Twitterrevolutionen, oder von gesetzlichen Frauenquoten. Und Gentrification mögen wir am Ende doch sowieso alle.

Die Pragmatiker sind es, die sich dann, wenn die erste Welle der Empörung abgeebbt ist, zu Wort melden, wobei Pragmatismus nichts als ein Deckmäntelchen der Feigheit (diesen Link zu setzen fiel unendlich schwer, ich hab es aber trotzdem getan) ist. Der Feigheit vor dem tatsächlichen Wandel. Alles darf immer ein bisschen anders werden, aber eben nur ein bisschen, und eben eigentlich gar nicht. Ein bisschen Protestkultur, aber mit dem Wort des Jahres ist dann auch genug protestiert. Ein bisschen Veränderung ist immer schön, siehe Gentrification. Ein bisschen WikiLeaks, aber immer schön vorsichtig sein, und She-Vuzg kommt zwar komisch rüber, aber irgendwie ist ihr Engagement doch toll.

Was soll das alles, wen wir nicht mal an etwas dranbleiben? Wenn wir uns vom Markt der Aufgeregtheiten vor uns hertreiben lassen? Wenn wir alle immer die guten, besonnenen Bürger mimen, wo es alles andere als Grund zur Besonnenheit gibt?

Nur weil ein paar Leute Angst haben vor denen, die wütend sind? Weil Wut nur cool ist, wenn sie rechtzeitig wieder aufhört und in einem lustigen Gag mündet?

Wut und Zweifel sollten dafür sorgen, dass uns Herzensanliegen niemals langweilig werden können, dranbleiben, heißt dem Markt ein Schnippchen zu schlagen. Wut und Zweifel sind die Kräfte, die uns voran bringen, sie sind kein Makel.

So geht’s weiter

zweifel

Wir schmieden derzeit große Pläne:

Zum einen stellen wir gerade die letzten drei Folgen von “Anarchie und Prostitution” fertig, die wir demnächst hier und an auserlesenen Orten präsentieren werden.

Zum anderen startet der Sender ab Dezember in eine neue Phase; das heißt in dem Fall konkret: es wird jeden Freitag eine neue Ausgabe geben!

Also gibt es künftig wöchentlich Neuigkeiten von Uschis Leben in Neukölln, wöchentlich heißt es dann Mitleiden mit Jesus, wöchentlich bereitet euch Ulrike Fischer, die dann Deborah Maier heißt, aber immer noch die Gleiche ist, das politische, gesellschaftliche und sonstige Geschehen der sog. Republik auf. Und natürlich helfen alle mit, uns und euch weiterhin Mut zu machen, unserer eigenen Realität ins Gesicht zu sehen.

Retsina Film präsentiert in jeder Ausgabe des Senders Szenen aus dem neuen Spielfilm “Exodos”, das als Open Source-Projekt entsteht.

Und natürlich begleiten wir weiterhin Türkiyemspor Berlin bei seinen Regionalliga-Spielen.

Also, es gibt genug, worauf es sich zu freuen lohnt, und für uns genug zu tun … Bis ganz bald also!