AGORA TUTTI – Kapitel 01

Hervorgehoben

Raus aus dem Winter, rein in den Mai!
Die erste Folge unserer neuen Sendernovela ist nun online.Titelbild-01
Es ist der Anfang. Nur ein Anfang, aber immerhin. Anderswo heißt das Pilot, hier ist es der Anfang zu einer present-progressive-fiction Webserie über den Prozess mit den vielen Namen: Occupy, Global Change, whatever … ist auch egal, weil es ist ein Prozess und keine Bewegung, keine Initiative, nicht irgendetwas, was wir so bislang kennen.

Elke, Manuela, Alvine, Margarete, Justus und viele andere begreifen sich als Teil dieses Prozesses, sie stecken da irgendwie drin und lernen, kämpfen, verzweifeln, feiern sich selbst und die Revolution – kurz – sie probieren es halt. Weil diejenigen, die das tun, was alle für unmöglich halten, sind am Ende vielleicht die, die das richtige getan haben, was dann irgendwann folgerichtig und simpel daherkommt, aber zunächst als das absurdeste erschien.

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#weareallgreeks – thank you SZ

Die Süddeutsche Zeitung hat sich in ihrer Ausgabe vom 22. Februar 2012 (nur in der Printausgabe, nicht online verfügbar) einen echten Klopper geleistet und eine Danksagung von Griechen an Solidaritätsbekundungen schlicht zu einem Merci an Merkozy umgedeutet. Dass schlichte Schlampigkeit dahinter steckt ist eher unwahrscheinlich, ist doch die Bildunterschrift in der Bilddatenbank, der das Bild entnommen ist, eindeutig. Also absichtlich so in die Welt geschickt, um die griechischen Reaktionen auf “Schuldenerlass”, “Rettungsschirm” und Ausblutung der heimischen Wirtschaft positiv und glücklich darzustellen. Wer so etwas in der Weise tut, weiß sehr genau, was damit erreicht werden soll – im Schutze des Deckmäntelchens des journalistisch-Objektiven.
Verdammt, es sollte mittlerweile eigentlich jedem bewusst sein, dass es keine objektive Darstellung geben kann. Nicht in der Zeitung, nicht im Bild, nicht in der Literatur und schon gar nicht in der Kunst. Also, lasst uns die objektive Sichtweise aufgeben und unseren Blick jeweils als subjektiv erkennbar sein lassen. Sonst kommen wir aus dieser Falle der Manipulation nicht raus.
Ganz subjektiv auch im übrigen unser Blick auf die griechische Krise im Jahr 2009, aber irgendwie immer noch genauso aktuell:

#21NO

Am 21. November 2011 jährt sich der spektakuläre Doppelselbstmord am kleinen Wannsee in Berlin, inszeniert vom größten deutschen Dichter als Schluss- und Höhepunkt seines unmaßvollen, in allen Tiefen und Höhen sich ausglutenden Lebens.

Der Sender Freies Neukölln widmet diesem wohl rasendsten Vertreter der Literaturgeschichte einen rasanten filmischen Ritt durch seinen Lebens- und Schaffenslauf.

Am 20. November wird im “Freien Neukölln” in dieses Rausfeiern reingefeiert mit der filmisch-szenischen Lesung von Stefan Zweigs “DER KAMPF MIT DEM DÄMON”,  Weiterlesen

Anne Will Manipulation

(Foto von A.W.: Stuart Mentiply, Montage: SenderFN)
Ich habe ein Buch gelesen. Ja, ganz durch, eine Studie mit Tabellen, Diagrammen, Fremdwörtern, Zusammenfassungen, Fußnoten (okay, die habe ich auch meist nur überflogen). Aber immerhin, ich habe das Buch “Deutsche Zustände”, Bd. 9, ausführlich zur Kenntnis genommen. Erschütternd war das einerseits, was die darin formulierten Erkenntnisse über den sozialen Zusammenhalt in diesem Lande betrifft, aber andererseits bestärkte es mich auch in dem Gefühl, das ich tagtäglich habe, wenn ich mich im Strassenverkehr bewege, wenn ich Nachrichten sehe, Blogkommentare lese, Bruder Ministerle und Konsorten sprechen höre. Überall lassen sich Menschen nur zu gerne aufeinander hetzen, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist spürbar allerorten, und dank dieser ausführlichen Studie offensichtlich auch messbar.
Man liest also dieses Buch, und dann kommt Anne Will. Und klatscht in einem lächerlichen “Einspieler” eine komplexe Langzeitstudie an die Wand, zu deren Zwecke Tausende Menschen befragt wurden, wo sich Wissenschaftler die Köpfe zerbrochen haben, darüber wie genau die Fragen lauten müssen, Ergebnisse analysiert haben, Gegenfragen gestellt und gesamteuropäische Umfragen einbezogen haben, eben so richtig gearbeitet haben, und dann kommt die Anne Will mal eben so mit einem schnieken Fragesteller um die Ecke, befragt eine Handvoll Leute, und schon hat sich die Studie überlebt! Ja, haben die denn noch alle Latten am Zaun? Wie lange sollen wir uns eigentlich noch so vorführen lassen, vom sogenannten Qualitätsjournalismus!? Okay, wahrscheinlich ist es auch Faulheit und die Anne hat das Buch sicherlich höchstens von unbezahlten Praktikanten lesen lassen. Aber es ist sicherlich auch mehr: Es ist schlicht Irreführung, damit alles schön immer so bleibt, wie es war, und damit wir uns weiter an Frau Lötsch’s K-Wortentgleisung aufgeilen können, und uns alle gleichermaßebn am neu erblühenden Aufschwung erquicken. Frau Will und ihre Kollegen sind nicht schwachsinnig, sie sind falsch, verlogen, niederträchtig.

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