AGORA TUTTI – KAPITEL 2

Hervorgehoben

Nun endlich, da ist es, das zweite Kapitel unserer present-progressive-fiction Webserie AGORA TUTTI:

AGORA TUTTI wirft einen Blick in das Innenleben und Treiben von Aktivisten aus dem Umfeld der sog. Global Change Bewegung, die derzeit weltweit einen tiefgehenden Wandel fordert. Unsere Berliner Aktivisten leiden dabei darunter, dass sich keine rechte Dynamik in der Bevölkerung hierzulande entwickeln will .. Die Gründe dafür sind vielfältig, frustrierend ist so ein Kampf gegen Windmühlen dennoch. Die Apathie oder Ignoranz ist schwer zu durchbrechen in einem Land, in dem die systemtreuen und übermächtigen Medien stets die alte Leier von “wir sind gut durch die Krise gekommen” oder gar “hier geht es allen noch zu gut” heruntereiert. Weiterlesen

… und Ruhe will gelassen sein …

So, da wären wir mal wieder. Eigentlich schon längst sollte das nächste Kapitel von Agora Tutti veröffentlicht sein, aber nun ja, was sollen wir sagen, es wird schon. Demnächst.  Vorab mal ein paar Gedanken und Hühner zum allgemein verkommenen gesellschaftlichen Diskurs, der eigentlich nur noch daraus besteht alle aufeinander zu hetzen, und ein Lob des “Sich in Ruhe lassens”, sowie des Dissenses, ohne den Teilhabe immer ungerecht sein wird. Und alles natürlich unter vor allem anderen auch als Kommentar zu Geschehnissen der Proteste, oder vielmehr unter den “Aktivisten” im Rahmen dessen, was sich Global Change nennt, und zumindest in Berlin doch eher vor sich hin kümmert, bzw. sich anderweitig wichtig tut.

Und mit Agora Tutti geht es auch weiter. Das Drehbuch für Folge 2 ist fertig, gedreht wird dieser Tage. Versprochen. Bis denne.

CAST UND CREW GESUCHT FÜR NEUE WEBSERIE!

AGORA TUTTI FLYER

Revolutionsjahr 2012. Nach dem weltweiten, hoffnungsfrohen Auftakt 2011 erwartet uns ein spannendes Jahr. Was wird passieren in Deutschland, in Südeuropa, in den USA und auf der ganzen Welt? Wie wird der Prozess der Emanzipation der Menschen weitergehen, wie wird die Staatsmacht reagieren, wenn im Frühjahr, im Sommer oder im Herbst tatsächlich viele Menschen auf den Straßen und Plätzen ihren Unmut kundtun!? Oder wie reagiert die “Bewegung”, wenn sie auch dieses Jahr nicht schneller wächst?
In wie viele Fraktionen wird sich eine Bewegung spalten, bevor sie den Schwarmgedanken verinnerlicht kriegt? Wie viele Vereine/Arbeitsgruppen werden noch gegründet werden, wie sehen die nächsten großartigen Aktionen/Asambleas/Demos/Flashmobs aus? Wie heißt überhaupt die Bewegung? Wer ist der nächste, der als Heilsbringer auftritt!?
Wir wissen es nicht, wir wissen  nicht, was uns dieses Jahr gelingen wird oder nicht, wir wissen nicht, wohin es den Schwarm treibt, mit welchen Widerständen er zu rechnen hat usw.

Und dennoch, oder vielmehr deswegen wollen wir vom Sender Freies Neukölln ein einmaliges Experiment starten: Wir wollen eine Webserie drehen, die innerhalb des Geschehens 2012 und im Zweifel darüber hinaus spielt. Monatlich soll eine Folge entstehen, die schnell und aktuell das Geschehen in spielfilmhafter Verdichtung reflektiert, parodiert und möglicherweise inspiriert.
Eine fiktive Geschichte um einen fixen Figurenkreis wird ergänzt und erweitert um die Entwicklungen, die künftig eintreten werden.

Am liebsten würden wir Cast und Crew aus der Bewegung selbst erwachsen lassen. Hiermit wären wir nun auch beim Hintergrund dieses Aufrufs: Wer hätte Lust mitzumachen? Wer empfindet sich als Teil des Global Change/aCAMPada/EDJ/Occupy-Schwarms, ist Schauspielerin oder Schauspieler oder hätte sonstwie Lust mitzumachen? Gedreht wird einmal monatlich für ca. 3 Tage vorerst in Berlin.
Es gibt bisher eine große Ideensammlung, viele skizzierte Szenen und viel Erfahrung mit spontanen Guerilladrehs. Jetzt kommt es darauf an, was für eine Truppe sich innerhalb der nächsten Wochen zusammenfindet, daraus wird das Serienpersonal enstehen. Meldet euch hier in den Kommentaren oder per Mail.

Wir freuen uns auf euch!

Schwarm und Gemeingut gegen ACTA


ACTA naht, und es wird höchste Zeit, dass dieses geplante Abkommen auch hierzulande mehr Gegenwehr erfährt. Im Netz kursiert derzeit der 11. Februar als Datum für Großproteste gegen dieses dubiose Antipiraterieabkommen.

Dubios vor allem auch deshalb, weil es mal wieder jenseits demokratischer Strukturen zwischen Interessenvertretern ausgehandelt wurde und nun die Parlamente das Ganze lediglich abnicken sollen. Dringend sollte dieses Thema mehr Aufmerksamkeit erhalten und die Gegendemonstrationen viel Zulauf.

ACTA ist zum einen eine neue Möglichkeit, für den offensichtlich bei einigen heißbegehrten Überwachungsstaat zu plädieren, es ist aber auch ein Stück über einen mindestens seit dem Buchdruck völlig aus den Fugen geratenen Begriff des Urheberrechts. Deshalb möchte dieses Thema auch zum Anlass nehmen, mal wieder dazu aufzurufen, eigene Inhalte grundsätzlich und erkennbar unter freien Lizenzen zu veröffentlichen. Weiterlesen

Ciao Bundespressecamp!

Nach genau 2 Monaten wurde nun das Occupycamp in Berlin geräumt. Zu Widerstand reichte die Systemtreue der Aktivisten nicht aus, zu lächerlich kam das Riesenaufgebot der Berliner Polizei daher, zu verstrickt scheint der Grundstücksbesitzer, die ominöse BIMA in noch ominösere Geschäfte verwickelt … nun ja, vielen Dank an alle Camper und an alle Unterstützer!

#21NO

Am 21. November 2011 jährt sich der spektakuläre Doppelselbstmord am kleinen Wannsee in Berlin, inszeniert vom größten deutschen Dichter als Schluss- und Höhepunkt seines unmaßvollen, in allen Tiefen und Höhen sich ausglutenden Lebens.

Der Sender Freies Neukölln widmet diesem wohl rasendsten Vertreter der Literaturgeschichte einen rasanten filmischen Ritt durch seinen Lebens- und Schaffenslauf.

Am 20. November wird im “Freien Neukölln” in dieses Rausfeiern reingefeiert mit der filmisch-szenischen Lesung von Stefan Zweigs “DER KAMPF MIT DEM DÄMON”,  Weiterlesen

Imagine all Creativity is Available for Everyone!


The idea of creative commons is more and more overwhelming us. At the moment we check out to publish our feature-film EXODOS via so called private-public screenings. Often we realize, that people don’t really understand what this means, that’s clear, because this idea means so much, and it is that new and inspiring, that it isn’t possible to explain it in two or three sentences. But we believe in ideas like that, when you got it, it is so simple and enlightening! And if you change your role as a spectator, you can live to see something really new. That’s why we made a little movie about this issue, just to tell everybody about the idea, and to start to shine a light on the bendless opportunities of ideas like this. Free culture rules!
This movie is just a try, and it cannot be shorter or with less text at the moment, because it does not work to tell about this idea with conventional marketing speech. And that’s what’s the good about it. Let’s continue these thoughts in the comments together!

Something Really New From The World Of Film / Mal echt was Neues aus der Filmwelt

(English version of the text at first, German version below)

Currently you can watch something pleasant. A small, fine music-film is going viral over the continents in a wonderful way, with our assistance of distributors, promotion tours, advertising posters, without world stars, with little or no financial expense, but simply as this strange, unspectacular, but warm-hearted and aesthetically determined film-trip is gathering worldwide fan-community, silently, but satisfied via the internet.

It sounds improbable and nearly too romantic to be true. But it is true, I myself took part in one of the first screenings here in Berlin. At the end of the event a likable, pleased bunch of people gathered for a group photo to show the producers, who weren’t present, that they liked what they saw.

A brief explanation: the film “An Island” of Vincent Moon and the Danish band Efterklang, published under a free creative-commons-license, is treading a very sympathic path of distribution that thirsts for copycats: Everyone has the possibility to host a screening of the film, at his place, at home, in his gallery, his bar, his cinema or his garden plot. The producers call these events “private-public screenings”. At least five guests, a tv set or beamer, and a PA system that’s commensurate to a music film – those are the basic conditions you have to comply. You announce your event at the homepage of the film, then it will be listed there, and everyone, who feels invited, can subscribe online to take part at your screening. At the end all attendees take a group photo and gather some donations which are sent to the producers, and they feel with good reason as part of a very special, worldwide community. (Link to the flickr-gallery of “An Island” here.)

So far, so easy. But although much more: this way of proceeding inspires to refresh again our thinking of free culture and creative commons, the more so as the project obviously is working. Broadly unnoticed from the press and the blogger’s world, the film already got over 700 pp-screenings, they get even more daily, more and more people obviously have fun with this.

Cc-licensed creations became an essential part of our everyday life. Every blogger is permanently looking for pictures or other contents that can be integrated into new articles and that, linked correctly, he can use unproblematically. Meanwhile it’s a routine, but no longer expression of a research for niches and alternatives beyond classical marketing.

Recently my impression also was that the idea of free licensing has degenerated as a steppingstone somehow. Steppingstone because many artists want to protect their work by means of cc-licenses as a start, introducing them to a broad audience via internet. Indeed they are, hidden or not, aimed at making the breakthrough to classical distribution-, fame- and profit-worlds. That’s fair enough, why shouldn’t everyone pay his beer and his rent from his work, but it is problematical at the same time, because it doesn’t fathom perspectives and chances of free licensing, but, to the contrary, subverts the idea. If success in most cases means to have a record deal, a film distributor and a manager, then this is telling the world, that an artist who publishes under cc-license is not successful, and then you might think, that those  artists are simply not so “good” and are with good reason not noticed by the paying masses.

This is even more obvious in the context of feature films. After all, halfway ambitious film-making means a big expense of material. Even if meanwhile f.e. digital cameras and efficient PCs make the life of film-makers a litlle easier, you still have a big personnel expenditure, you have to find the equipment either creatively or time-consumingly, or everything is extremely expensive. And then, at the end of a long process, if the movie finally is ready, most film-makers think it’s loveless, without glamour and not sexy just to upload the movie to the internet, to release it and to wait what will happen.

Private-public screenings are an alternative. With little effort, a special audience can be agitated. Especially smaller, special movies get their chance. But also the audience does no longer download the stuff that anonymously (what doesn’t feel different than any illegal download at the end), no: a kind of connection between maker and viewer comes up – what makes it even easier to donate some cents for the production. If – seen in perspective – there will be more copycats and if the community of those, who host screenings, will grow, smaller film productions even could be financed decently this way. And what does a film-maker wish more than to be able to realize the next movie after the successful presentation of one!

And once again the big, established distributors, producers and publishers don’t have to be frightened. It’s only an alternative; we will later on give the mainstream a talking to, it will not be harmed, all of them may go on as always, however: there is an alternative once again!

P.S.: Tis article didn’t come up quite altruistic; our feature film EXODOS will be published per private-public screenings in may and june this year. Learn more about that thing here.

(Logo designed for CC by Shepard Fairley)

Momentan gibt es etwas Schönes zu beobachten. Ein kleiner, feiner Musikfilm verbreitet sich auf wundersame Art über die Kontinente, ohne Zutun von Verleihern, Werbeplakaten, Promotiontouren, ohne Weltstars, mit wenig bis keinem finanziellen Aufwand, schlicht darüber, dass sich um diesen merkwürdigen, schrägen, unspektakulären, aber warmherzigen und ästhetisch sehr entschlossenen Filmtrip eine weltweite Fangemeinde lautlos, aber zufrieden mittels des Internets versammelt.

Das klingt unwahrscheinlich und fast schon zu romantisch, um wahr zu sein. Aber es stimmt, ich selbst habe an einem der ersten Screenings hier in Berlin teilgenommen. Am Ende der Veranstaltung versammelte sich ein sympathischer, zufriedener Haufen von Guckern zu einem Gruppenfoto, um den nicht anwesenden Film- und Musikkünstlern zu zeigen, dass sie mochten, was sie da sahen.

Kurz zur Erklärung: Der unter einer freien Creative-Commons-Lizenz veröffentlichte Film “An Island” von Vincent Moon und der dänischen Band Efterklang beschreitet einen sehr sympathischen, nach Nachmachern geradezu lechzenden Weg der Verbreitung. Jeder hat die Möglichkeit, bei sich zu Hause, in seiner Galerie, seiner Kneipe, seinem Kino oder in seinem Kleingarten ein Screening des Filmes zu veranstalten. “Public-Private-Screenings” nennen die Macher diese Veranstaltungen. Mindestens fünf Gäste, ein Fernseher oder Beamer und eine einem Musikfilm angemessene Beschallungstechnik, das sind im wesentlichen die Grundvoraussetzungen, die man zu erfüllen hat. Man meldet seine Veranstaltung auf der Homepage des Filmes an, dann wird man da gelistet, und jeder, der sich dazu eingeladen fühlt, kann sich für die Teilnahme an diesem Screening online anmelden. Am Ende machen alle ein Gruppenbild und lassen den Hut rumgehen und überweisen ein paar Euro an die Produzenten und können sich zu Recht als Teil einer sehr speziellen, weltweiten Community betrachten. (Hier der Link zur Flickr-Galerie der Screenings)

So weit, so einfach. Und dennoch viel mehr; inspiriert diese Vorgehensweise doch dazu, die Gedanken über Free Culture und Creative Commons mal wieder aufzufrischen, zumal das Projekt offensichtlich funktioniert. Von der Presse und auch von der Bloggerwelt weitgehend unbeachtet, hat es der Film schon auf über 700 solcher Screenings gebracht, täglich kommen neue dazu, immer mehr Leute haben offensichtlich ihre helle Freude daran.

CC-lizensierte Schöpfungen sind ein wesentlicher Teil unseres Alltags geworden. Jeder Blogger sucht tagtäglich bspw. nach Bildern oder anderen in Artikel einzubindendem Content, den er mit entsprechender Verlinkung unproblematisch verwenden kann. Das ist inzwischen Routine, aber nicht mehr Ausdruck einer Suche nach Nischen und Alternativen für und jenseits dessen, was klassische Vermarktung ist.

Mein Eindruck war in letzter Zeit auch, dass der Gedanke der freien Lizenzierung etwas zu sehr zu einem Sprungbrettprinzip verkommen ist. Sprungbrett deshalb, weil viele Künstler ihre Werke mittels der CC-Lizenzen erst einmal vor Missbrauch schützen, um sie (vorwiegend über das Internet) einem breiten Publikum vorzustellen. Allerdings mit dem mehr oder weniger heimlichen Ziel, irgendwann doch den Durchbruch in die klassischen Distributions-, Ruhm- und Verdienstwelten zu schaffen. Das ist mehr als verständlich, warum sollte nicht jeder von seinem Tun seine Miete und sein Bier bezahlen wollen und können, es ist aber auch problematisch, weil es die Perspektiven und Chancen der freien Lizenzierung nicht auslotet, der Idee im Gegenteil teilweise das Wasser abgräbt. Wenn Erfolg in den meisten Fällen bedeutet, dass man einen Plattenvertrag, einen Filmverleih und einen Manager hat, dann erzählt das auch der Welt, dass alle unter CC veröffentlichenden Künstler nicht erfolgreich sind, und da liegt dann der Schluss nahe, dass diese Künstler eben auch nicht so “gut” sind und zu Recht von den zahlenden Massen nicht beachtet werden.

Bei Spielfilmen wird dies noch deutlicher, schließlich ist halbwegs anspruchsvolles Filmemachen mit einem großen Materialaufwand verbunden. Auch wenn inzwischen bspw. lichtstarke Digitalkameras und schnelle PC’s den Filmleuten das Leben ein bisschen leichter machen, so hat man immer noch einen hohen Personalaufwand, das Equipment für Dreh und Nachbearbeitung muss entweder kreativ und zeitaufwändig organisiert werden, oder es kostet eben einen Haufen Geld. Und dann am Ende eines langen Prozesses, wenn der Film endlich fertig ist, so ein Werk einfach ins Netz hochzuladen, frei zu geben und zu warten, was passiert, das kommt den meisten Filmemachern dann doch unglamourös, unsexy und lieblos vor.

Private-Public-Screenings sind hier eine Alternative. Mit wenig Aufwand kann um ein spezielles Publikum geworben werden. Vor allem kleine, besondere Filme haben hier eine ganz andere Chance. Aber auch das Publikum lädt nicht mehr ganz so anonym den Kram runter, der sich am Ende auch nicht anders anfühlt als irgendein illegaler Download, nein, es entsteht eine Art Bindung zwischen Macher und Gucker, der es dem Zuschauer am Ende der Veranstaltung leichter macht, ein paar Kröten für die Produktion in den Hut zu schmeißen. So lassen sich, perspektivisch gesehen, wenn es noch mehr Nachmacher gibt und die Gemeinde derer, die gerne solche Screenings veranstalten, entsprechend vergrößert, dann lassen sich sicherlich kleinere Filmproduktionen darüber sogar dezent komfortabel finanzieren. Und was wünscht sich so ein kleiner, aber engagierter Filmemacher mehr, als nach erfolgreicher Präsentation einfach den nächsten Film machen zu können!

Und mal wieder müssen die großen, etablierten Vertriebe, Produzenten und Verlage keine Angst haben. Das ist nur eine Alternative, den Mainstream knöpfen wir uns erst später vor, dem wird nichts passieren, alle dürfen so weiter machen wie bisher, allein: es gibt mal wieder eine Alternative!

P.S.: Nicht ganz uneigennützig ist dieser Beitrag entstanden, da unser Spielfilm EXODOS in den Monaten Mai und Juni genau auf diese Weise veröffentlicht wird. Hier gibts dazu Näheres.

Young Men.


Deutsch with international broken English subtitles.
English text version below.

Junge Männer. Die wahrscheinlich sinnloseste Spezies unter der Sonne. Noch nicht mal Haare auf dem Rücken, lungern sie in Horden auf Bürgersteigen herum, belagern öffentliche und halb- und nichtöffentliche Verkehrsmittel und Plätze und suchen nach irgendetwas, das sie voll krass ey mal tun können, halt irgendwie. Weil, sie sind zum einen zu jung, um schon für irgendwas nützlich zu sein, aber auch zu stark und zu weit entwickelt, um begreifen zu können, dass sie zu Recht keiner jemals nach irgendetwas zu fragen gedenkt.

Junge Männer müssen z.Bsp. erst noch lernen, wie man richtig f****, und merken, dass das schwieriger ist, als auf die Straße zu spucken, obwohl sie sich doch ewig für die Stärksten, Größten, Krassesten, Coolsten und **** halten (müssen).

Bäh. So sieht’s aus, manchmal … Doch dann sieht man die kolossalen Umwälzungen dieser Tage in der arabischen Welt. Begonnen jeweils von letztlich eben solchen jungen Männern. Okay, in Tunesien, Ägypten, Bahrain oder Iran ist diese Spezies nicht so gut aufgestellt wie die Altersgenossen hierzulande, sie haben andere, größere, existentiellere Nöte, aber es sind eben auch diejenigen, und da unterscheiden sie sich am Ende wahrscheinlich nicht, die noch zu jung sind, um sich von dem jeweils herrschenden System vollends kaputt gemacht haben zu lassen. Krank wird man am Ende von jeder Gesellschaftsordnung, die zur Unterdrückung fähig ist, und krank wird hier irgendwann jeder im Laufe seines Lebens. “Zivilisationskrankheiten” heißt das dann, “wir bewegen uns zu wenig”. Was für ein bullshit! Die schlimmste derartige Krankheit ist die, die sich darin zeigt, dass wir partout nicht zu den Unterdrückten zählen wollen und uns deswegen der Mittelschicht zurechnen lassen! Dass wir Systemkritik langweilig finden oder in linken Nischen bis zum Erbrechen ausdiskutieren, ohne jemals in Erwägung zu ziehen, irgend etwas zu ändern! Weil eigentlich können wir alles nicht mehr hören, und solange unser Provider uns alle zwei Jahre ein neues iPhone verspricht, ist die Welt doch ganz in Ordnung.

Was wäre denn, wenn die hier auch mal so anfangen würden wie in Tunesien, Ägypten, Iran, im Jemen oder in Libyen? Warum sollten sich die ganzen Arschlöcher in den schicken Glas-Stahl-Palästen denn eigentlich so sicher sein, dass ausgerechnet ihnen nichts passieren kann?

Ja, auch hier gibt es mehr als genug Gründe, sich verarscht zu fühlen. Sinnlos sterben Soldaten in Afghanistan, die Kluft zwischen Arm und Reich ist mittlerweile gigantisch, die Kommunen sind pleite, während die Banker im Casino weiterhin um unsere Steuergelder wetten, der Planet wird bis zum get-no ausgebeutet und zerstört, auf riesigen Frachtschiffen müssen Crews für praktisch kein Geld schuften wie die Blöden, weil sie dafür zu sorgen haben, dass die Schrippen hier nicht mehr als 12 Cent kosten. Zig Beispiele mehr ließen sich hier mit Leichtigkeit anführen. Die bereits von der Krankheit infizierten Meinungsmacher versuchen all das immer als Allgemeinplätze, banale Systemkritik oder überstrapaziertes Gemoser abzutun. Und auch wenn das keiner mehr hören will, es ist verdammt wahr und eigentlich auch verdammt einfach, die Kacke ist auch hier am Dampfen, wir leben in einer Weise, wie sie nicht verträglich ist für die meisten anderen auf dem Planeten! Wir zahlen Steuern für ein paar raffgierige Idioten, die aber auch nur tun, was das System von ihnen verlangt: Sie sorgen ganz artig für Wachstum. Alternative Konzepte, wie z.Bsp. das Bedingungslose Grundeinkommen oder die Anarchie im Allgemeinen, müssen ein Schattendasein führen, weil wir alle infiziert sind. Alle? Aber eben vielleicht nicht ganz alle, vielleicht sind diese jungen Männer und hier eben auch die Frauen noch nicht ganz so doll infiziert. Vielleicht sind die noch zu retten – und retten am Ende uns?! Was, wenn es plötzlich hip wird, sich auf Facebook zum Widerstand zu verabreden? Was nun, wenn die ganzen jungen Männer plötzlich keinen Bock mehr haben auf die ganze Unterhaltungselektronik, auf schicke Autos und den ganzen sonstigen Konsumscheiß, wenn sie sich damit nicht mehr ködern lassen, sondern anfangen, dem ganzen Polit-, Geld- und Lobbygesocks in die **** zu treten? Hey, Jungs und Mädels, wir bauen auf euch, lasst uns nicht im Stich, haut zu, ändert alles, mal wieder auf einmal! Ihr schafft das, wir freuen uns drauf. Hurra. Wir treffen uns wieder, wenn diese **** endlich ordentlich **** wurden, und wenn **** wieder **** heißt, und auch das **** wieder Spaß machen darf.

Young men. Probably the most useless species under the sun. Not even hairs on their backs, they are hanging around in hordes on the sidewalks, besieging public and semi-public and non-public transit and places and looking for something to do, something totally phat, ey, just somehow. Because on the one hand they are too young to be useful for anything, but also too powerful and developed to realize that with good reason no one will ever ask them for anything.

For example, young men have to learn first how to f**** properly, and that this is more complicated than spitting on the street, although they always (must) fancy themselves as the strongest, greatest, phattest, coolest and ****.

Ugh. That’s how it goes, sometimes … But then you have these tremendous upheavals in the Arab world in these days. Started just by such young men. Okay, in Tunisia, Egypt, Bahrain or Iran this species is not as well-placed as their contemporaries over here, they have different, bigger, more existential hardships, but they are just the ones – and at least they are not differing in this – the ones who are too young to be broken by the regime yet. Finally you will be taken ill by any social system that is capable of oppression, and everyone over here will get sick in the course of his lifetime, too. It’s called ‘disease of civilization’, ‘we are moving too little’. What a bullshit! The worst disease of this type is that we absolutely don’t want to class with the oppressed, and therefore accept to be ranked among the middle class! That we think criticism of the political system is boring or has to be discussed ad nauseam in lefty niches, without ever considering to change anything.

Because we are so tired of all that, and as long as our provider promises a new iphone every two years, all’s right with the world somehow.

What if they’d start here like in Tunisia, Egypt, Iran, Yemen or Libya? Why should all the ass-holes in those fancy glass-steal-palaces be so sure that of all people they will not be harmed?

Yes, over here we have enough reasons to feel punked. Soldiers are dying senselessly in Afghanistan; the divide between rich and poor meanwhile is gigantic; the municipalities are bankrupt, while the bankers in the casinos are betting taxpayers’ money; the planet is exploited and distroyed; on huge cargo ships, crews have to work like nuts for nearly no money, because they have to care that white bread rolls over here don’t cost more than 12 cents. Many examples could be brought in easily. Those opinion makers, that are already infected by the disease, try to discount all this as commonplaces, banal criticism of the political system or as strained moaning and groaning. But even if no one wants to hear it anymore: it’s damned true and damned simple. The shit has hit the fan over here, too. We live in a way that’s not compatible for most people on this planet! We pay taxes for some greedy idiots who themselves are only doing what the system demands: they submissively care for growth. Alternative concepts like the  guaranteed minimum income or anarchy in general have to lead a miserable existence because we are all infected. All of us? Perhaps not, perhaps those young men and – over here – women as well are not that much infected yet. Perhaps they are still savable – and finally save us?! What if it is believed to be hip to make appointments for resistance via facebook? What if all those young men suddenly are no longer up for the whole entertainment electronics, for fancy cars and other consumption crap? If they don’t take the bait any longer, but start to **** the politics-, money- and lobby-riff-raff? Hey, boys and girls, we count on you, don’t leave us out in the cold! Slam shut, change everything, again all at once! You’ll cope with it! We are looking forward to. Hooray. We’ll meet again when those **** have been **** well, and when **** may be called **** again, and when even **** may be fun again.

APRIL 23TH 2010

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APRIL 16TH 2010

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