Young Men.


Deutsch with international broken English subtitles.
English text version below.

Junge Männer. Die wahrscheinlich sinnloseste Spezies unter der Sonne. Noch nicht mal Haare auf dem Rücken, lungern sie in Horden auf Bürgersteigen herum, belagern öffentliche und halb- und nichtöffentliche Verkehrsmittel und Plätze und suchen nach irgendetwas, das sie voll krass ey mal tun können, halt irgendwie. Weil, sie sind zum einen zu jung, um schon für irgendwas nützlich zu sein, aber auch zu stark und zu weit entwickelt, um begreifen zu können, dass sie zu Recht keiner jemals nach irgendetwas zu fragen gedenkt.

Junge Männer müssen z.Bsp. erst noch lernen, wie man richtig f****, und merken, dass das schwieriger ist, als auf die Straße zu spucken, obwohl sie sich doch ewig für die Stärksten, Größten, Krassesten, Coolsten und **** halten (müssen).

Bäh. So sieht’s aus, manchmal … Doch dann sieht man die kolossalen Umwälzungen dieser Tage in der arabischen Welt. Begonnen jeweils von letztlich eben solchen jungen Männern. Okay, in Tunesien, Ägypten, Bahrain oder Iran ist diese Spezies nicht so gut aufgestellt wie die Altersgenossen hierzulande, sie haben andere, größere, existentiellere Nöte, aber es sind eben auch diejenigen, und da unterscheiden sie sich am Ende wahrscheinlich nicht, die noch zu jung sind, um sich von dem jeweils herrschenden System vollends kaputt gemacht haben zu lassen. Krank wird man am Ende von jeder Gesellschaftsordnung, die zur Unterdrückung fähig ist, und krank wird hier irgendwann jeder im Laufe seines Lebens. “Zivilisationskrankheiten” heißt das dann, “wir bewegen uns zu wenig”. Was für ein bullshit! Die schlimmste derartige Krankheit ist die, die sich darin zeigt, dass wir partout nicht zu den Unterdrückten zählen wollen und uns deswegen der Mittelschicht zurechnen lassen! Dass wir Systemkritik langweilig finden oder in linken Nischen bis zum Erbrechen ausdiskutieren, ohne jemals in Erwägung zu ziehen, irgend etwas zu ändern! Weil eigentlich können wir alles nicht mehr hören, und solange unser Provider uns alle zwei Jahre ein neues iPhone verspricht, ist die Welt doch ganz in Ordnung.

Was wäre denn, wenn die hier auch mal so anfangen würden wie in Tunesien, Ägypten, Iran, im Jemen oder in Libyen? Warum sollten sich die ganzen Arschlöcher in den schicken Glas-Stahl-Palästen denn eigentlich so sicher sein, dass ausgerechnet ihnen nichts passieren kann?

Ja, auch hier gibt es mehr als genug Gründe, sich verarscht zu fühlen. Sinnlos sterben Soldaten in Afghanistan, die Kluft zwischen Arm und Reich ist mittlerweile gigantisch, die Kommunen sind pleite, während die Banker im Casino weiterhin um unsere Steuergelder wetten, der Planet wird bis zum get-no ausgebeutet und zerstört, auf riesigen Frachtschiffen müssen Crews für praktisch kein Geld schuften wie die Blöden, weil sie dafür zu sorgen haben, dass die Schrippen hier nicht mehr als 12 Cent kosten. Zig Beispiele mehr ließen sich hier mit Leichtigkeit anführen. Die bereits von der Krankheit infizierten Meinungsmacher versuchen all das immer als Allgemeinplätze, banale Systemkritik oder überstrapaziertes Gemoser abzutun. Und auch wenn das keiner mehr hören will, es ist verdammt wahr und eigentlich auch verdammt einfach, die Kacke ist auch hier am Dampfen, wir leben in einer Weise, wie sie nicht verträglich ist für die meisten anderen auf dem Planeten! Wir zahlen Steuern für ein paar raffgierige Idioten, die aber auch nur tun, was das System von ihnen verlangt: Sie sorgen ganz artig für Wachstum. Alternative Konzepte, wie z.Bsp. das Bedingungslose Grundeinkommen oder die Anarchie im Allgemeinen, müssen ein Schattendasein führen, weil wir alle infiziert sind. Alle? Aber eben vielleicht nicht ganz alle, vielleicht sind diese jungen Männer und hier eben auch die Frauen noch nicht ganz so doll infiziert. Vielleicht sind die noch zu retten – und retten am Ende uns?! Was, wenn es plötzlich hip wird, sich auf Facebook zum Widerstand zu verabreden? Was nun, wenn die ganzen jungen Männer plötzlich keinen Bock mehr haben auf die ganze Unterhaltungselektronik, auf schicke Autos und den ganzen sonstigen Konsumscheiß, wenn sie sich damit nicht mehr ködern lassen, sondern anfangen, dem ganzen Polit-, Geld- und Lobbygesocks in die **** zu treten? Hey, Jungs und Mädels, wir bauen auf euch, lasst uns nicht im Stich, haut zu, ändert alles, mal wieder auf einmal! Ihr schafft das, wir freuen uns drauf. Hurra. Wir treffen uns wieder, wenn diese **** endlich ordentlich **** wurden, und wenn **** wieder **** heißt, und auch das **** wieder Spaß machen darf.

Young men. Probably the most useless species under the sun. Not even hairs on their backs, they are hanging around in hordes on the sidewalks, besieging public and semi-public and non-public transit and places and looking for something to do, something totally phat, ey, just somehow. Because on the one hand they are too young to be useful for anything, but also too powerful and developed to realize that with good reason no one will ever ask them for anything.

For example, young men have to learn first how to f**** properly, and that this is more complicated than spitting on the street, although they always (must) fancy themselves as the strongest, greatest, phattest, coolest and ****.

Ugh. That’s how it goes, sometimes … But then you have these tremendous upheavals in the Arab world in these days. Started just by such young men. Okay, in Tunisia, Egypt, Bahrain or Iran this species is not as well-placed as their contemporaries over here, they have different, bigger, more existential hardships, but they are just the ones – and at least they are not differing in this – the ones who are too young to be broken by the regime yet. Finally you will be taken ill by any social system that is capable of oppression, and everyone over here will get sick in the course of his lifetime, too. It’s called ‘disease of civilization’, ‘we are moving too little’. What a bullshit! The worst disease of this type is that we absolutely don’t want to class with the oppressed, and therefore accept to be ranked among the middle class! That we think criticism of the political system is boring or has to be discussed ad nauseam in lefty niches, without ever considering to change anything.

Because we are so tired of all that, and as long as our provider promises a new iphone every two years, all’s right with the world somehow.

What if they’d start here like in Tunisia, Egypt, Iran, Yemen or Libya? Why should all the ass-holes in those fancy glass-steal-palaces be so sure that of all people they will not be harmed?

Yes, over here we have enough reasons to feel punked. Soldiers are dying senselessly in Afghanistan; the divide between rich and poor meanwhile is gigantic; the municipalities are bankrupt, while the bankers in the casinos are betting taxpayers’ money; the planet is exploited and distroyed; on huge cargo ships, crews have to work like nuts for nearly no money, because they have to care that white bread rolls over here don’t cost more than 12 cents. Many examples could be brought in easily. Those opinion makers, that are already infected by the disease, try to discount all this as commonplaces, banal criticism of the political system or as strained moaning and groaning. But even if no one wants to hear it anymore: it’s damned true and damned simple. The shit has hit the fan over here, too. We live in a way that’s not compatible for most people on this planet! We pay taxes for some greedy idiots who themselves are only doing what the system demands: they submissively care for growth. Alternative concepts like the  guaranteed minimum income or anarchy in general have to lead a miserable existence because we are all infected. All of us? Perhaps not, perhaps those young men and – over here – women as well are not that much infected yet. Perhaps they are still savable – and finally save us?! What if it is believed to be hip to make appointments for resistance via facebook? What if all those young men suddenly are no longer up for the whole entertainment electronics, for fancy cars and other consumption crap? If they don’t take the bait any longer, but start to **** the politics-, money- and lobby-riff-raff? Hey, boys and girls, we count on you, don’t leave us out in the cold! Slam shut, change everything, again all at once! You’ll cope with it! We are looking forward to. Hooray. We’ll meet again when those **** have been **** well, and when **** may be called **** again, and when even **** may be fun again.