AGORA TUTTI-Special zum Globalnoise-Day

Hervorgehoben

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Nachfolgend der Text, den die AGORA TUTTI-Ladys zum Globalnoise-Tag am 13. Oktober auf dem Berliner Hermannplatz laut geschrien und ernst gemeint haben:
(English below, thanks, Pippa!
Und außerdem weiter unten die filmische Dokumentation von Kieke-ma Film-Berlin – danke auch dafür!)

Ich bin ein normaler Mensch, der die Fresse voll hat.
Ich sehe, was hier los ist. Auf der Welt, in Europa und auch in diesem Land.
Ich sehe, wohin die Konzepte des Staates und des Kapitals uns und unseren Planeten gebracht haben.
Ich glaube nicht mehr daran, dass Gesetze, die erlassen werden von den Scharlatanen, deren sogenannte Lösungen schon immer zu immer mehr Hunger, Krieg, Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung führten, für ein menschenwürdiges Zusammenleben sorgen können.
Ich weiß, dass die Herrschaft des einen über den anderen die eine und den anderen daran hindert, ein gutes Leben zu leben. Weiterlesen

#weareallgreeks – thank you SZ

Die Süddeutsche Zeitung hat sich in ihrer Ausgabe vom 22. Februar 2012 (nur in der Printausgabe, nicht online verfügbar) einen echten Klopper geleistet und eine Danksagung von Griechen an Solidaritätsbekundungen schlicht zu einem Merci an Merkozy umgedeutet. Dass schlichte Schlampigkeit dahinter steckt ist eher unwahrscheinlich, ist doch die Bildunterschrift in der Bilddatenbank, der das Bild entnommen ist, eindeutig. Also absichtlich so in die Welt geschickt, um die griechischen Reaktionen auf “Schuldenerlass”, “Rettungsschirm” und Ausblutung der heimischen Wirtschaft positiv und glücklich darzustellen. Wer so etwas in der Weise tut, weiß sehr genau, was damit erreicht werden soll – im Schutze des Deckmäntelchens des journalistisch-Objektiven.
Verdammt, es sollte mittlerweile eigentlich jedem bewusst sein, dass es keine objektive Darstellung geben kann. Nicht in der Zeitung, nicht im Bild, nicht in der Literatur und schon gar nicht in der Kunst. Also, lasst uns die objektive Sichtweise aufgeben und unseren Blick jeweils als subjektiv erkennbar sein lassen. Sonst kommen wir aus dieser Falle der Manipulation nicht raus.
Ganz subjektiv auch im übrigen unser Blick auf die griechische Krise im Jahr 2009, aber irgendwie immer noch genauso aktuell:

Revolution und Berlinale


Seit dem spätem Sonntagabend steht Athen teilweise in Flammen. Auch ein ehrwürdiges altes Kino brannte lichterloh.

Die griechische Bevölkerung ist in einer völlig verzweifelten Lage und versucht nichts weiter, als ihren Arsch zu retten. Mit an ihrer Seite kämpfen Leute wie Mikis Theodorakis, der sich mit seinen 86 Jahren sogar eine gehörige Portion Tränengas eingefangen hat …

Nun gab es heute Abend eine Solidaritätskundgebung in Berlin. Ca. 30 wackere Demonstranten, überwiegend aus der Berliner Occupy/Echte Demokratie JETZT!-Fraktion, fanden sich in der Eiseskälte vor der griechischen Botschaft ein.

Wie bitte? Ca. 30? Ganze 30? 30 ganze Menschen? Wow … ich könnte kotzen über dieses ignorante, arrogante, dämliche Berliner Pack, das sich regelmäßig zu schade ist, um auf die Straße zu bringen, was dort hingehört. Protest, Solidarität, Gegenkraft, Selbstermächtigung, Verstand und so was wie Anstand. Weiterlesen

Schwarm und Gemeingut gegen ACTA


ACTA naht, und es wird höchste Zeit, dass dieses geplante Abkommen auch hierzulande mehr Gegenwehr erfährt. Im Netz kursiert derzeit der 11. Februar als Datum für Großproteste gegen dieses dubiose Antipiraterieabkommen.

Dubios vor allem auch deshalb, weil es mal wieder jenseits demokratischer Strukturen zwischen Interessenvertretern ausgehandelt wurde und nun die Parlamente das Ganze lediglich abnicken sollen. Dringend sollte dieses Thema mehr Aufmerksamkeit erhalten und die Gegendemonstrationen viel Zulauf.

ACTA ist zum einen eine neue Möglichkeit, für den offensichtlich bei einigen heißbegehrten Überwachungsstaat zu plädieren, es ist aber auch ein Stück über einen mindestens seit dem Buchdruck völlig aus den Fugen geratenen Begriff des Urheberrechts. Deshalb möchte dieses Thema auch zum Anlass nehmen, mal wieder dazu aufzurufen, eigene Inhalte grundsätzlich und erkennbar unter freien Lizenzen zu veröffentlichen. Weiterlesen

Demoaufruf 15. Januar! Eine mögliche Welt ist anders!

Die nächste weltweite Welle rollt am 15. Januar! Im folgenden der Demoaufruf:
Quellen: http://occupyberlin.de/ und http://www.alex11.org

Am 15. Januar gehen wir weltweit auf die Straße, weil wir einen grundlegenden Wandel des politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Systems fordern. Weiterlesen

Kein Fußbreit dem System!

Wir wollen Revolution machen. Nicht mehr und nicht weniger. Und ich habe jetzt jetzt bewusst wir gesagt, obwohl das ja so streng verboten ist. Aber ich habe diesen revolutionären Anspruch stets und immer als eine der wenigen notwendigen Grundvereinbarungen verstanden, wenn es um die weltweite Demokratiebewegung ging, der ich mich seit Mai 2011 mehr als verbunden fühle. Warum Revolution? Weil wir uns empören, und weil dieses altmodische Verb empören seit 2011 nicht irgendsowas wie Unmut oder Unzufriedenheit heißt, sondern weil empören bedeutet, dass wir uns mit diesem Begriff raus beamen aus einem System, von dem wir nicht länger annehmen können und wollen, dass wir darin noch unser Glück finden werden. Es geht nicht um größere Stücke vom Kuchen, nein der ganze Scheiss-Kuchen ist verdammt nochmal vergiftet, die Zutaten veraltet und falsch verarbeitet, es handelt sich insgesamt um ein beschissenes Rezept! Weiterlesen

“Occupy”-Erklärung gegen Krieg #1

Der folgende Text ist auf www.alex11.org erschienen, und soll zur besseren Verbreitung auch hier zu lesen sein:

Schluss mit den Kriegsvorbereitungen gegen den Iran und gegen Syrien! 

Ausgehend von Tunesien und Ägypten und sich ausdehnend über Spanien, Griechenland und andere europäische Länder bis in die USA sind 2011 Protestbewegungen entstanden, die auf einen tiefgreifenden politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Systemwechsel hinarbeiten. Weiterlesen

Geld kann tödlich sein

Schön, dass die Spatzenhirne der Werbeagentur des Berliner Börsentages uns so herrlich vermitteln, wie sich die Fehler des Geldsystems bereits in unsere wesentlichsten Organe gefressen haben. Solch schreckliche Bilder kannten wir bisher bloß aus einschlägigen Nichtraucherkampagnen … nun geht’s also nach den Zigaretten auch dem Geld an den Kragen. Wir sagen: weiter so, ihr seid auf einem guten Wege!  (Es gibt das ganze auch noch mit einem Bild eines Gehirns, in dessen Windungen sich das Eurozeichen verwindet, ich hab das leider nicht, vielleicht kann es jemand nachreichen).

#21NO – Radikalität, Schwarm & Kleist

So haben wir das mit unserem Videoblog “Sender Freies Neukölln” immer gemacht: Wir haben gedreht, was wir wollten, ohne Rücksicht auf irgendwelche Erwartungen der marktwirtschaftlichen Filmwelt, und die Ergebnisse per creative-commons-Lizenz kompromisslos in die Welt, in den Schwarm geworfen.
Mit der Sender-Reise zu den spanischen Camps, der Dokumentation und Auswertung “Inspiring Example” und dem Beginn der Berliner acampada-Bewegung Anfang Juni auf dem Alexanderplatz hat diese Arbeit noch einen anderen Anschluss gefunden: Unsere Filme und wir sind begeistert Teil der Bewegung geworden und begleiten sie dokumentarisch-essayistisch unheimlich gern.

Der verschwenderische Impuls, Kreativität walten und sich verbreiten zu lassen, ohne sie durch ökonomisch schielende Flaschenhälse zu verformen, besitzt das Potential, einen neuen Kulturbegriff mitzugestalten Weiterlesen

#21NO

Am 21. November 2011 jährt sich der spektakuläre Doppelselbstmord am kleinen Wannsee in Berlin, inszeniert vom größten deutschen Dichter als Schluss- und Höhepunkt seines unmaßvollen, in allen Tiefen und Höhen sich ausglutenden Lebens.

Der Sender Freies Neukölln widmet diesem wohl rasendsten Vertreter der Literaturgeschichte einen rasanten filmischen Ritt durch seinen Lebens- und Schaffenslauf.

Am 20. November wird im “Freien Neukölln” in dieses Rausfeiern reingefeiert mit der filmisch-szenischen Lesung von Stefan Zweigs “DER KAMPF MIT DEM DÄMON”,  Weiterlesen

Schlabber****, Osama, Tod, Freude und ein Rücktritt


Manchmal muss man sich schon an den Kopf fassen, wenn man hört und liest wie instinktlos und dämlich unsere sog. Volksvertreter uns, der Welt, der Politik, dem Grundgesetz, so was wie Werten usw. begegnen. Und fast noch mehr wundern muss man sich darüber, wie alleine man offensichtlich ist mit dieser Verwunderung. Ein bisschen Irritation allerorten, wenigstens ein paar Tage später, immerhin eine Anzeige, dann ein bisschen Erklärung seitens der Kanzlerin. Das kann aber nicht reichen. Es wird Zeit, dass wir anfangen die Contenance zu verlieren. Was soll dieser ewig gepflegte Ton, diese vornehme Zurückhaltung, wenn uns so viel Verachtung widerfährt?

Die Kanzlerin freut sich über den staatlich verordneten Mord an einem Typen, und wir freuen uns, wenn diese Strunzkuh endlich weg ist.

Federal Chancellor Angela Merkel said on a press-conderence, that she is glad to hear, that Osama bin Laden was killed. We think it’s not appropriate to say something like this, as a leader of the government in a democratic state. We hate her from now on and demand for her resignation.

Volksverdrossenheit

Gehen wir einmal davon aus, dass unsere Bundeskanzlerin gar nicht so blöd ist, wie sie aus****, äh, wie sie hin und wieder erscheint.

Versuchen wir einfach uns vorzustellen, dass sie, intellektuell auf der Höhe ihrer Ausbildung und Erfahrung, Zusammenhänge begreifen, verarbeiten und einschätzen kann.

Dass sie sich bspw. als promovierte Physikerin mit Kerntechnologie besser auskennt als alle ihre Kollegen, dass sie die Gefahren abschätzen kann, und dass für sie so ein geschmackloser Begriff wie „Restrisiko“ mehr bedeutet als eine eigentlich unmögliche Möglichkeit für das eh nicht Mögliche.

Als nüchtern kalkulierende Wissenschaftlerin war sie seit ihrer Zeit als Umweltministerin unter Helmut Kohl eine standfeste Verfechterin der Energiegewinnung aus dieser unendlich hirnrissigen, größenwahnsinnigen und niemals beherrschbaren Technologie.

Nun versucht sie, ganz kurz und knapp vor dem für sie so entscheidenden Wahlwochenende, das Ruder rumzureißen, weil sie glaubt, dass die Stimmung in der Bevölkerung durch das grausame Unglück auf der anderen Seite des Erdballs gekippt ist.

Und selbst wenn wir ihr äußerst gutgläubig glauben wollten, dass sie nach Erhalt der Nachrichten aus Japan und dort Fukushima im Tiefsten ihres Inneren schockiert war, und dass dieser heilsame Schock sie zu diesem sogenannten Moratorium bewog und nicht wahlkampftechnische Gesichtspunkte, selbst dann müssen wir uns über ihre Gesamtarroganz gegenüber ihrem Wahlvolk wundern.

Was geht da vor sich? Was denken sich ihre Beraterteams da, was denkt sich die Kanzlerin selbst? Wofür hält die da ihre Bürger, die sie so gerne „die Menschen“ nennt!?

Selbiges fragt man sich bei der peinlichen Rumhampelei in Sachen Militäreinsatz in Libyen. Oder bei der schlampigen Einführung von E10.

Geht sie – eingedenk Schröders Wiederwahl dank des lauten Neins zum Irakkrieg – davon aus, dass ihr Wahlvolk Kriegseinsätze immer ablehnt? Dass sowieso alle Ökos sind und man sich da zur Einführung eines neues Sprits keine Gedanken machen muss?

Okay, das Wahlvolk ist schwer einzuschätzen dieser Tage. Vor allem Stimmungen bestimmen das Gesamtklima. Eine nicht wirklich einleuchtende Sympathie für Vuzg scheint jedes Gefühl für sowas wie einen Rechtsstaat auszuhebeln. Auf der einen Seite scharen sich Massen hinter einen Lügner und Betrüger, auf der anderen Seite formiert sich enormer Widerstand. Schnell geht das alles, das Netz macht‘s möglich.

Andererseits wurde sie vor nicht allzu langer Zeit gewählt, trotz ihres teuflischen Versprechens an die Atomwirtschaft. Gewählt wurde auch die baden-württembergische Landesregierung, obwohl Stuttgart 21 schon längst beschlossene Sache war.

Das ist alles nicht unbedingt nachvollziehbar, aber auch noch lange kein Grund, dem Volk mit so einer Verachtung zu begegnen, wie es jetzt geschieht, auch wenn die Trauer um den Eisbären Knut kurz größer scheint als die um verstrahlte oder verschüttete Japaner.

Aber blöd ist das Volk trotzdem nicht, jedenfalls nicht so. Immerhin glauben die meisten an unsere sogenannte Demokratie, die eh nur ein kümmerlicher Parlamentarismus ist.

Aber Volksvertreter dürfen Meinungen vertreten, auch vehement und bitte schön mit sowas wie einer Vision verknüpft. In was für einem Land wollen wir leben? – Das fragt sich fast jede Werbekampagne, aber nicht unsere Politiker?

Schon die massiven Maßnahmen gegen die Proteste rund um den Castortransport Ende 2010 wirkten eher wie einem „Ausnahmezustand“ abgerungen denn wie demokratische Gepflogenheit. Der Staat schützt sich vor dem Bürger, der Wähler ist der Feind.

Vergessen ist schon längst, dass Positionen bezogen werden müssen, um zu regieren, dass Beschlüsse ausgefochten werden sollten, um Bestand haben zu können.

Seit Jahren ist Merkel es gewohnt, die Position ihrer Regierung nur nach dem auszurichten, was Presse, Meinungs- und Marktforschung sowie andere Interessenverbände als Stimmung im Volke auszumachen glauben.

Das ist zynisch, politik- und volksverachtend, lädt zu Missbrauch und Manipulation ein und fördert nur stumpfe Politikerpersönlichkeiten wie Norbert Röttgen. Der an Dummheit kaum zu übertreffende Umweltminister, potentielle Ministerpräsident, Kanzleranwärter und was auch immer er sonst noch in sich sieht, ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Parteipolitiker ihre Ämter und Pflichten für ihr eigenes Machtbedürfnis missbrauchen.

Von Tuten und Blasen keine Ahnung, aber schamlos für jedes höhere Amt bereit. Entschuldigung, aber so geht‘s nicht. Das Parteiensystem mit seinem Karriereprinzip hat unsere Demokratie samt deren Demokraten ausgehöhlt, Zeit für was Neues.

Something Really New From The World Of Film / Mal echt was Neues aus der Filmwelt

(English version of the text at first, German version below)

Currently you can watch something pleasant. A small, fine music-film is going viral over the continents in a wonderful way, with our assistance of distributors, promotion tours, advertising posters, without world stars, with little or no financial expense, but simply as this strange, unspectacular, but warm-hearted and aesthetically determined film-trip is gathering worldwide fan-community, silently, but satisfied via the internet.

It sounds improbable and nearly too romantic to be true. But it is true, I myself took part in one of the first screenings here in Berlin. At the end of the event a likable, pleased bunch of people gathered for a group photo to show the producers, who weren’t present, that they liked what they saw.

A brief explanation: the film “An Island” of Vincent Moon and the Danish band Efterklang, published under a free creative-commons-license, is treading a very sympathic path of distribution that thirsts for copycats: Everyone has the possibility to host a screening of the film, at his place, at home, in his gallery, his bar, his cinema or his garden plot. The producers call these events “private-public screenings”. At least five guests, a tv set or beamer, and a PA system that’s commensurate to a music film – those are the basic conditions you have to comply. You announce your event at the homepage of the film, then it will be listed there, and everyone, who feels invited, can subscribe online to take part at your screening. At the end all attendees take a group photo and gather some donations which are sent to the producers, and they feel with good reason as part of a very special, worldwide community. (Link to the flickr-gallery of “An Island” here.)

So far, so easy. But although much more: this way of proceeding inspires to refresh again our thinking of free culture and creative commons, the more so as the project obviously is working. Broadly unnoticed from the press and the blogger’s world, the film already got over 700 pp-screenings, they get even more daily, more and more people obviously have fun with this.

Cc-licensed creations became an essential part of our everyday life. Every blogger is permanently looking for pictures or other contents that can be integrated into new articles and that, linked correctly, he can use unproblematically. Meanwhile it’s a routine, but no longer expression of a research for niches and alternatives beyond classical marketing.

Recently my impression also was that the idea of free licensing has degenerated as a steppingstone somehow. Steppingstone because many artists want to protect their work by means of cc-licenses as a start, introducing them to a broad audience via internet. Indeed they are, hidden or not, aimed at making the breakthrough to classical distribution-, fame- and profit-worlds. That’s fair enough, why shouldn’t everyone pay his beer and his rent from his work, but it is problematical at the same time, because it doesn’t fathom perspectives and chances of free licensing, but, to the contrary, subverts the idea. If success in most cases means to have a record deal, a film distributor and a manager, then this is telling the world, that an artist who publishes under cc-license is not successful, and then you might think, that those  artists are simply not so “good” and are with good reason not noticed by the paying masses.

This is even more obvious in the context of feature films. After all, halfway ambitious film-making means a big expense of material. Even if meanwhile f.e. digital cameras and efficient PCs make the life of film-makers a litlle easier, you still have a big personnel expenditure, you have to find the equipment either creatively or time-consumingly, or everything is extremely expensive. And then, at the end of a long process, if the movie finally is ready, most film-makers think it’s loveless, without glamour and not sexy just to upload the movie to the internet, to release it and to wait what will happen.

Private-public screenings are an alternative. With little effort, a special audience can be agitated. Especially smaller, special movies get their chance. But also the audience does no longer download the stuff that anonymously (what doesn’t feel different than any illegal download at the end), no: a kind of connection between maker and viewer comes up – what makes it even easier to donate some cents for the production. If – seen in perspective – there will be more copycats and if the community of those, who host screenings, will grow, smaller film productions even could be financed decently this way. And what does a film-maker wish more than to be able to realize the next movie after the successful presentation of one!

And once again the big, established distributors, producers and publishers don’t have to be frightened. It’s only an alternative; we will later on give the mainstream a talking to, it will not be harmed, all of them may go on as always, however: there is an alternative once again!

P.S.: Tis article didn’t come up quite altruistic; our feature film EXODOS will be published per private-public screenings in may and june this year. Learn more about that thing here.

(Logo designed for CC by Shepard Fairley)

Momentan gibt es etwas Schönes zu beobachten. Ein kleiner, feiner Musikfilm verbreitet sich auf wundersame Art über die Kontinente, ohne Zutun von Verleihern, Werbeplakaten, Promotiontouren, ohne Weltstars, mit wenig bis keinem finanziellen Aufwand, schlicht darüber, dass sich um diesen merkwürdigen, schrägen, unspektakulären, aber warmherzigen und ästhetisch sehr entschlossenen Filmtrip eine weltweite Fangemeinde lautlos, aber zufrieden mittels des Internets versammelt.

Das klingt unwahrscheinlich und fast schon zu romantisch, um wahr zu sein. Aber es stimmt, ich selbst habe an einem der ersten Screenings hier in Berlin teilgenommen. Am Ende der Veranstaltung versammelte sich ein sympathischer, zufriedener Haufen von Guckern zu einem Gruppenfoto, um den nicht anwesenden Film- und Musikkünstlern zu zeigen, dass sie mochten, was sie da sahen.

Kurz zur Erklärung: Der unter einer freien Creative-Commons-Lizenz veröffentlichte Film “An Island” von Vincent Moon und der dänischen Band Efterklang beschreitet einen sehr sympathischen, nach Nachmachern geradezu lechzenden Weg der Verbreitung. Jeder hat die Möglichkeit, bei sich zu Hause, in seiner Galerie, seiner Kneipe, seinem Kino oder in seinem Kleingarten ein Screening des Filmes zu veranstalten. “Public-Private-Screenings” nennen die Macher diese Veranstaltungen. Mindestens fünf Gäste, ein Fernseher oder Beamer und eine einem Musikfilm angemessene Beschallungstechnik, das sind im wesentlichen die Grundvoraussetzungen, die man zu erfüllen hat. Man meldet seine Veranstaltung auf der Homepage des Filmes an, dann wird man da gelistet, und jeder, der sich dazu eingeladen fühlt, kann sich für die Teilnahme an diesem Screening online anmelden. Am Ende machen alle ein Gruppenbild und lassen den Hut rumgehen und überweisen ein paar Euro an die Produzenten und können sich zu Recht als Teil einer sehr speziellen, weltweiten Community betrachten. (Hier der Link zur Flickr-Galerie der Screenings)

So weit, so einfach. Und dennoch viel mehr; inspiriert diese Vorgehensweise doch dazu, die Gedanken über Free Culture und Creative Commons mal wieder aufzufrischen, zumal das Projekt offensichtlich funktioniert. Von der Presse und auch von der Bloggerwelt weitgehend unbeachtet, hat es der Film schon auf über 700 solcher Screenings gebracht, täglich kommen neue dazu, immer mehr Leute haben offensichtlich ihre helle Freude daran.

CC-lizensierte Schöpfungen sind ein wesentlicher Teil unseres Alltags geworden. Jeder Blogger sucht tagtäglich bspw. nach Bildern oder anderen in Artikel einzubindendem Content, den er mit entsprechender Verlinkung unproblematisch verwenden kann. Das ist inzwischen Routine, aber nicht mehr Ausdruck einer Suche nach Nischen und Alternativen für und jenseits dessen, was klassische Vermarktung ist.

Mein Eindruck war in letzter Zeit auch, dass der Gedanke der freien Lizenzierung etwas zu sehr zu einem Sprungbrettprinzip verkommen ist. Sprungbrett deshalb, weil viele Künstler ihre Werke mittels der CC-Lizenzen erst einmal vor Missbrauch schützen, um sie (vorwiegend über das Internet) einem breiten Publikum vorzustellen. Allerdings mit dem mehr oder weniger heimlichen Ziel, irgendwann doch den Durchbruch in die klassischen Distributions-, Ruhm- und Verdienstwelten zu schaffen. Das ist mehr als verständlich, warum sollte nicht jeder von seinem Tun seine Miete und sein Bier bezahlen wollen und können, es ist aber auch problematisch, weil es die Perspektiven und Chancen der freien Lizenzierung nicht auslotet, der Idee im Gegenteil teilweise das Wasser abgräbt. Wenn Erfolg in den meisten Fällen bedeutet, dass man einen Plattenvertrag, einen Filmverleih und einen Manager hat, dann erzählt das auch der Welt, dass alle unter CC veröffentlichenden Künstler nicht erfolgreich sind, und da liegt dann der Schluss nahe, dass diese Künstler eben auch nicht so “gut” sind und zu Recht von den zahlenden Massen nicht beachtet werden.

Bei Spielfilmen wird dies noch deutlicher, schließlich ist halbwegs anspruchsvolles Filmemachen mit einem großen Materialaufwand verbunden. Auch wenn inzwischen bspw. lichtstarke Digitalkameras und schnelle PC’s den Filmleuten das Leben ein bisschen leichter machen, so hat man immer noch einen hohen Personalaufwand, das Equipment für Dreh und Nachbearbeitung muss entweder kreativ und zeitaufwändig organisiert werden, oder es kostet eben einen Haufen Geld. Und dann am Ende eines langen Prozesses, wenn der Film endlich fertig ist, so ein Werk einfach ins Netz hochzuladen, frei zu geben und zu warten, was passiert, das kommt den meisten Filmemachern dann doch unglamourös, unsexy und lieblos vor.

Private-Public-Screenings sind hier eine Alternative. Mit wenig Aufwand kann um ein spezielles Publikum geworben werden. Vor allem kleine, besondere Filme haben hier eine ganz andere Chance. Aber auch das Publikum lädt nicht mehr ganz so anonym den Kram runter, der sich am Ende auch nicht anders anfühlt als irgendein illegaler Download, nein, es entsteht eine Art Bindung zwischen Macher und Gucker, der es dem Zuschauer am Ende der Veranstaltung leichter macht, ein paar Kröten für die Produktion in den Hut zu schmeißen. So lassen sich, perspektivisch gesehen, wenn es noch mehr Nachmacher gibt und die Gemeinde derer, die gerne solche Screenings veranstalten, entsprechend vergrößert, dann lassen sich sicherlich kleinere Filmproduktionen darüber sogar dezent komfortabel finanzieren. Und was wünscht sich so ein kleiner, aber engagierter Filmemacher mehr, als nach erfolgreicher Präsentation einfach den nächsten Film machen zu können!

Und mal wieder müssen die großen, etablierten Vertriebe, Produzenten und Verlage keine Angst haben. Das ist nur eine Alternative, den Mainstream knöpfen wir uns erst später vor, dem wird nichts passieren, alle dürfen so weiter machen wie bisher, allein: es gibt mal wieder eine Alternative!

P.S.: Nicht ganz uneigennützig ist dieser Beitrag entstanden, da unser Spielfilm EXODOS in den Monaten Mai und Juni genau auf diese Weise veröffentlicht wird. Hier gibts dazu Näheres.

Innocent Song In Danger!

Subject: Innocent song in danger!

Dear Angus, Malcolm, Brian, Cliff und Phil,

today I adress myself very urgently to you! In my country (Germany) we have a politician named Karl Theodor von und zu Guttenberg, an aristocrat – we call him Vuzg. He fucks us off because ever since last week he is found guilty to be a liar and a con man, but nevertheless he stays in exalted position and is thanks to new lies still one of the most popular politicians.
For his rabble-rousing speeches he likes to use your song ‘Hell’s Bells’ as appearance music. That’s disgusting abuse and you should prevent it!
You associate without meaning with a dishonest tribune of the plebs who only respects his career but surely doesn’t respect Rock’n Roll.
Supported by other reactionary old farts of the German public sphere (Koch, Bouffier, Broder, Spiegel, Jörges – you will probably not know them, lucky devils!) he stands with guts and mockery beside that what is left over from democracy and treats the whole people as his vassals – with an impertinent attitude similar to that of Berlusconi in Italy or Gaddafi in Libya.
As our minister of defense he behaves more than a minister of war and risks reckless the life of thousands of soldiers in this senseless war in Afghanistan. Moreover he distracts the attention of his personal credibility problems by dishonest mourning in bad style about shot soldiers. His doctoral dissertation was lousy cribbed to a great extent, he non-stop brusques the general public, he lies continuously in the course of his affairs that he is embroiled one after another.
Please help us, that he gets clocked fairly, please don’t admit that the worst popper since ages is allowed to abuse your musical genius!

Thank you beforehand, we are between a rock and a hard place.
Yours, Uschi from SFN

Betreff: Innocent song in danger!

Lieber Angus, Malcolm, Brian, Cliff und Phil,

heute wende ich mich mit einer sehr dringenden Bitte an euch. In meinem Land (Deutschland) gibt es einen Politiker mit Namen Karl-Theodor von und zu Guttenberg, ein Adliger, den wir Vuzg nennen. Er kotzt uns erheblich an, weil er spätestens seit der letzten Woche als Lügner und Betrüger überführt ist, sich aber dennoch in Amt und Würden und mit weiteren Lügen in den Beliebtheitsskalen ganz weit oben hält.
Für seine hetzerischen Reden benutzt er gern euren Song “Hell’s Bells” als Auftrittsmusik. Das ist ein übler Missbrauch, den ihr unbedingt verhindern solltet!
Ihr macht euch damit ungewollt gemein mit einem verlogenen Volkstribun, der Respekt nur vor seiner Karriere hat, und sicherlich nicht vor Rock’n Roll.
Unterstützt von anderen reaktionären alten Säcken aus der deutschen Öffentlichkeit (Koch, Bouffier, Broder, Spiegel, Jörges – die ihr wahrscheinlich alle gar nicht kennt, ihr Glückspilze!) stellt er sich mit Schneid und Spott neben das, was uns an Demokratie geblieben ist, und behandelt das ganze Volk als seine Vasallen – mit ähnlich unverschämtem Gestus wie Berlusconi in Italien oder Gaddafi in Libyen.
Als unser Verteidigungsminister benimmt er sich eher wie ein Kriegsminister und riskiert rücksichtslos das Leben tausender Soldaten in diesem sinnlosen Krieg in Afghanistan. Dazu kommt, dass er dann die Aufmerksamkeit von seinen eigenen Glaubwürdigkeitsproblemen ablenkt – geschmackloser Weise mit verlogener Trauer um die erschossenen Soldaten. Seine Doktorarbeit ist zu großen Teilen mies abgeschrieben, er brüskiert am laufenden Band die Öffentlichkeit, er lügt fortgesetzt im Verlauf jeder seiner Affairen, in die er pausenlos verwickelt ist.
Helft uns, dass er mal richtig was auf die Glocke kriegt, lasst bitte nicht zu, dass sich der schlimmste Popper seit Jahrzehnten mit eurem Genius schmücken darf!

Danke im voraus, wir wissen kaum mehr ein noch aus.
Eure Uschi vom SFN

Anne Will Manipulation

(Foto von A.W.: Stuart Mentiply, Montage: SenderFN)
Ich habe ein Buch gelesen. Ja, ganz durch, eine Studie mit Tabellen, Diagrammen, Fremdwörtern, Zusammenfassungen, Fußnoten (okay, die habe ich auch meist nur überflogen). Aber immerhin, ich habe das Buch “Deutsche Zustände”, Bd. 9, ausführlich zur Kenntnis genommen. Erschütternd war das einerseits, was die darin formulierten Erkenntnisse über den sozialen Zusammenhalt in diesem Lande betrifft, aber andererseits bestärkte es mich auch in dem Gefühl, das ich tagtäglich habe, wenn ich mich im Strassenverkehr bewege, wenn ich Nachrichten sehe, Blogkommentare lese, Bruder Ministerle und Konsorten sprechen höre. Überall lassen sich Menschen nur zu gerne aufeinander hetzen, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist spürbar allerorten, und dank dieser ausführlichen Studie offensichtlich auch messbar.
Man liest also dieses Buch, und dann kommt Anne Will. Und klatscht in einem lächerlichen “Einspieler” eine komplexe Langzeitstudie an die Wand, zu deren Zwecke Tausende Menschen befragt wurden, wo sich Wissenschaftler die Köpfe zerbrochen haben, darüber wie genau die Fragen lauten müssen, Ergebnisse analysiert haben, Gegenfragen gestellt und gesamteuropäische Umfragen einbezogen haben, eben so richtig gearbeitet haben, und dann kommt die Anne Will mal eben so mit einem schnieken Fragesteller um die Ecke, befragt eine Handvoll Leute, und schon hat sich die Studie überlebt! Ja, haben die denn noch alle Latten am Zaun? Wie lange sollen wir uns eigentlich noch so vorführen lassen, vom sogenannten Qualitätsjournalismus!? Okay, wahrscheinlich ist es auch Faulheit und die Anne hat das Buch sicherlich höchstens von unbezahlten Praktikanten lesen lassen. Aber es ist sicherlich auch mehr: Es ist schlicht Irreführung, damit alles schön immer so bleibt, wie es war, und damit wir uns weiter an Frau Lötsch’s K-Wortentgleisung aufgeilen können, und uns alle gleichermaßebn am neu erblühenden Aufschwung erquicken. Frau Will und ihre Kollegen sind nicht schwachsinnig, sie sind falsch, verlogen, niederträchtig.

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Heute Abend live im Prater!

Unser Lieblings-Sender steht HEUTE ABEND mit einer seiner raren LIVE-SHOWs auf der Bühne im Prater und präsentiert eine tolle LIVE-BÜHNEN-NACHHALTIGKEITS-SPIEL-SHOW!

mit Ulrike Fischer, Julia Mahlke, Melanie Seeland und unserem Schmerzensmann,

dazu etliche Film-Ausschnitte, ein Wiedersehen mit den Gesichtern des Senders, live und auf der Leinwand,

und alles unter dem Titel: “Sender Freies Neukölln dreht am Gentrifizierungs-Set durch.”

Heute, Freitag, 13.11.09, 22.00 Uhr, Volksbühne im PRATER, Kastanienallee 7-9, 10435 Berlin

im Rahmen von “Überleben in den Creative Industries – Lust und Last des Informellen” (Konferenz der Rosa-Luxemburg-Stiftung)

Eintritt: 5 Euro

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Schöne Grüße und bis später!

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So geht’s weiter

zweifel

Wir schmieden derzeit große Pläne:

Zum einen stellen wir gerade die letzten drei Folgen von “Anarchie und Prostitution” fertig, die wir demnächst hier und an auserlesenen Orten präsentieren werden.

Zum anderen startet der Sender ab Dezember in eine neue Phase; das heißt in dem Fall konkret: es wird jeden Freitag eine neue Ausgabe geben!

Also gibt es künftig wöchentlich Neuigkeiten von Uschis Leben in Neukölln, wöchentlich heißt es dann Mitleiden mit Jesus, wöchentlich bereitet euch Ulrike Fischer, die dann Deborah Maier heißt, aber immer noch die Gleiche ist, das politische, gesellschaftliche und sonstige Geschehen der sog. Republik auf. Und natürlich helfen alle mit, uns und euch weiterhin Mut zu machen, unserer eigenen Realität ins Gesicht zu sehen.

Retsina Film präsentiert in jeder Ausgabe des Senders Szenen aus dem neuen Spielfilm “Exodos”, das als Open Source-Projekt entsteht.

Und natürlich begleiten wir weiterhin Türkiyemspor Berlin bei seinen Regionalliga-Spielen.

Also, es gibt genug, worauf es sich zu freuen lohnt, und für uns genug zu tun … Bis ganz bald also!

Geschafft!

Nach endloser Sommerpause und einer wunderschönen Premiere gestern Abend ist nun endlich die neue Ausgabe online. Und es hat schon genützt! Nach der derzeitigen Hochrechnung (ca. 19.00 h) 28% für die Nichtwähler! Vielleicht wird darüber ja jetzt mal nachgedacht, und die “Wahlverweigerer” nicht einfach von den perfekten Demokraten verdammt.
Update: 29,2% für die Nichtwähler, dazu 1,5% Ungültige (Zweitstimmenanteil)!

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Wahlbenachrichtigung

Ulrike Fischer und das Wahlergebnis

Wie schon gesagt, am 26.09.09 ist die Premiere der 15. Ausgabe des Senders Freies Neukölln, nun kommen noch weitere Termine hinzu, damit sie die Wahl haben! Und zwar am 28.09.09 um 21.00 Uhr wie immer die Wiederholung im Valentin-Stüberl, und am 10.10.09 gibt es das Programm im Rahmen der Weserrakete 3 erneut im Freien Neukölln zu sehen.

Ebenda wollen wir mit euch gemeinsam den Wahlsonntag überstehen. Betrunken wählen heißt es da, ab 12.00 Uhr gibt es alle alkoholischen Getränke ganz billig, bis 17.45 Uhr eben, damit man dann schnell noch ins Wahllokal wanken kann, um da sein Kreuzchen zu machen, oder den Stimmzettel anderweitig zu verschönern.

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