13Oma


Am 13. Oktober findet international auf allen Kontinenten und in zahlreichen Städten der Global Noise Day statt. In Berlin findet dazu eine Demonstration am Hermannplatz statt. Ein Jahr nach dem 15. Oktober 2011, der bereits im Juni davor von der spanischen 15M-Bewegung als internationaler Aktionstag ausgerufen wurde, werden wieder zahlreiche Menschen  auf die Strassen und Plätze begeben, um ihrem Unmut über ein ungerechtes und längst überkommenes Wirtschaftssystem Luft zu machen. Seit einigen Monaten schon wird dies allüberall in unterschiedlichsten Kontexten mit fröhlich-aggressivem Lärm, mit Instrumenten, Kochtöpfen, Stimmen getan. Ein bunter Protest, überfällig und verdammt ernst gemeint. In anderen Ländern sind bereits die Parlamente umstellt, Deutschland hinkt da hinter her, aber was noch nicht ist kann ja noch werden. In diesem Sinne: No Pasaran!

… und Ruhe will gelassen sein …

So, da wären wir mal wieder. Eigentlich schon längst sollte das nächste Kapitel von Agora Tutti veröffentlicht sein, aber nun ja, was sollen wir sagen, es wird schon. Demnächst.  Vorab mal ein paar Gedanken und Hühner zum allgemein verkommenen gesellschaftlichen Diskurs, der eigentlich nur noch daraus besteht alle aufeinander zu hetzen, und ein Lob des “Sich in Ruhe lassens”, sowie des Dissenses, ohne den Teilhabe immer ungerecht sein wird. Und alles natürlich unter vor allem anderen auch als Kommentar zu Geschehnissen der Proteste, oder vielmehr unter den “Aktivisten” im Rahmen dessen, was sich Global Change nennt, und zumindest in Berlin doch eher vor sich hin kümmert, bzw. sich anderweitig wichtig tut.

Und mit Agora Tutti geht es auch weiter. Das Drehbuch für Folge 2 ist fertig, gedreht wird dieser Tage. Versprochen. Bis denne.

#weareallgreeks – thank you SZ

Die Süddeutsche Zeitung hat sich in ihrer Ausgabe vom 22. Februar 2012 (nur in der Printausgabe, nicht online verfügbar) einen echten Klopper geleistet und eine Danksagung von Griechen an Solidaritätsbekundungen schlicht zu einem Merci an Merkozy umgedeutet. Dass schlichte Schlampigkeit dahinter steckt ist eher unwahrscheinlich, ist doch die Bildunterschrift in der Bilddatenbank, der das Bild entnommen ist, eindeutig. Also absichtlich so in die Welt geschickt, um die griechischen Reaktionen auf “Schuldenerlass”, “Rettungsschirm” und Ausblutung der heimischen Wirtschaft positiv und glücklich darzustellen. Wer so etwas in der Weise tut, weiß sehr genau, was damit erreicht werden soll – im Schutze des Deckmäntelchens des journalistisch-Objektiven.
Verdammt, es sollte mittlerweile eigentlich jedem bewusst sein, dass es keine objektive Darstellung geben kann. Nicht in der Zeitung, nicht im Bild, nicht in der Literatur und schon gar nicht in der Kunst. Also, lasst uns die objektive Sichtweise aufgeben und unseren Blick jeweils als subjektiv erkennbar sein lassen. Sonst kommen wir aus dieser Falle der Manipulation nicht raus.
Ganz subjektiv auch im übrigen unser Blick auf die griechische Krise im Jahr 2009, aber irgendwie immer noch genauso aktuell:

Geld kann tödlich sein

Schön, dass die Spatzenhirne der Werbeagentur des Berliner Börsentages uns so herrlich vermitteln, wie sich die Fehler des Geldsystems bereits in unsere wesentlichsten Organe gefressen haben. Solch schreckliche Bilder kannten wir bisher bloß aus einschlägigen Nichtraucherkampagnen … nun geht’s also nach den Zigaretten auch dem Geld an den Kragen. Wir sagen: weiter so, ihr seid auf einem guten Wege!  (Es gibt das ganze auch noch mit einem Bild eines Gehirns, in dessen Windungen sich das Eurozeichen verwindet, ich hab das leider nicht, vielleicht kann es jemand nachreichen).

Neues aus dem Schwarm

Neues aus dem Schwarm from Retsina Film on Vimeo.

Wenn unserer Gesellschaft etwas Neues widerfährt, etwas, was nicht so ganz leicht zu verstehen ist, dann reagieren viele mit Befremden und Abwehr. Ein Ausdruck dessen ist die Unterwanderungskeule. Die kriegt gerade die Occupy/Echte Demokratie Jetzt!-Bewegung kräftig zu spüren. Im Moment gibt es bei der beobachtenden Presse, aber auch bei Aktivisten selbst, diese Aufschreie zu Hauf. Sekten, Rechte, Linksradikale, überall wimmelt es von denen! Die wollen uns übernehmen, missbrauchen, manipulieren!  Weiterlesen

The whole Spanish Revolution Trip – new release in High Quality!

Our trip to Spain to visit the 15M movement was so exciting and gave us so much hope. “In the field” of Spanish revolution we had to produce the movies very quickly and sometimes crude. Now we decided to release them on Vimeo in HD and above all with a much better sound mix, thanks to our constantly great sound designer Brian. So get inspired newly, just a great chance to see everything we tried to import from the protest camps again. Have fun, and don’t forget: And even more nobody expects the #germanrevolution, so let’s start with something new!

First attempt to draw a lesson from our #spanishrevolution Trip


A lot more pics from theses great Spanish camps, we visited in May 2011. We had such a great time there, now we try to import the spirit and the intentness of these great Spanish people, who are determined to change our degenerated system from scratch.
We made this movie in German, because first of all we want to try to get all lazy Germans here on our streets, to fight for a better world. The international broken English subtitles will follow tomorrow evening.

Please visit the homepage of Berlin’s occupy-movement!

It feels like there is a big chance for change at the moment, but we have to go on the streets, we have to show everybody, that we are many! So, don’t hesitate to be a part of this great and hopeful movement!

Schlabber****, Osama, Tod, Freude und ein Rücktritt


Manchmal muss man sich schon an den Kopf fassen, wenn man hört und liest wie instinktlos und dämlich unsere sog. Volksvertreter uns, der Welt, der Politik, dem Grundgesetz, so was wie Werten usw. begegnen. Und fast noch mehr wundern muss man sich darüber, wie alleine man offensichtlich ist mit dieser Verwunderung. Ein bisschen Irritation allerorten, wenigstens ein paar Tage später, immerhin eine Anzeige, dann ein bisschen Erklärung seitens der Kanzlerin. Das kann aber nicht reichen. Es wird Zeit, dass wir anfangen die Contenance zu verlieren. Was soll dieser ewig gepflegte Ton, diese vornehme Zurückhaltung, wenn uns so viel Verachtung widerfährt?

Die Kanzlerin freut sich über den staatlich verordneten Mord an einem Typen, und wir freuen uns, wenn diese Strunzkuh endlich weg ist.

Federal Chancellor Angela Merkel said on a press-conderence, that she is glad to hear, that Osama bin Laden was killed. We think it’s not appropriate to say something like this, as a leader of the government in a democratic state. We hate her from now on and demand for her resignation.

Uschi und die Farbenlehre – Uschi and the Theory of Colours


3 min. Deutsch with International Broken English subtitles.

Nicht nur unsere Uschi wundert sich darüber, mit welch hoffnungsfrohem Begeisterungsüberschwang man in diesem Lande den sog. politischen Umwälzungen in Baden-Würrtemberg begegnet. Da wird der ganze Parlamentarismus endgültig zur Farce. Oder glaubt irgendjemand, dass sich nun tatsächlich etwas ändert, was nicht sowieso irgendwie so oder so ähnlich passiert wäre? – Anders gesagt, mit einem gerne von unserem Negierenden Bürgermeister gebrauchten Zitat von Herrn Lampedusa: “Es muss sich alles ändern, damit alles so bleibt wie es ist.”

Vielleicht ist es doch – im Supermegariesenkracherwahljahr 2011 – mal wieder angesagt, über das Nichtwählen nachzudenken. Nichtwählen und drüber sprechen, nicht einfach nicht hingehen, sondern ganz laut nicht hingehen, um irgendwann die Ergebnisse völlig der Lächerlichkeit preiszugeben. Weil die Gewählten haben das ihren Ergebnissen schon längst vorraus.

In Germany many people were happy about the election in Baden-Würtemberg, because the Green party achieved a historical election victory. But our Uschi and we don’t think, that this should be the reason for great hope, because like Lampedusa said: “If you want things to stay as they are, things will have to change.”

So we suggest to think about stopping taking part at elections in future. There take place a lot of important elections in Germany in 2011. Maybe it is a good idea to tell everybody loud and understandable how we feel about our degenerated parlamtarism by our refusal to vote for ridiculous politicians.

Volksverdrossenheit

Gehen wir einmal davon aus, dass unsere Bundeskanzlerin gar nicht so blöd ist, wie sie aus****, äh, wie sie hin und wieder erscheint.

Versuchen wir einfach uns vorzustellen, dass sie, intellektuell auf der Höhe ihrer Ausbildung und Erfahrung, Zusammenhänge begreifen, verarbeiten und einschätzen kann.

Dass sie sich bspw. als promovierte Physikerin mit Kerntechnologie besser auskennt als alle ihre Kollegen, dass sie die Gefahren abschätzen kann, und dass für sie so ein geschmackloser Begriff wie „Restrisiko“ mehr bedeutet als eine eigentlich unmögliche Möglichkeit für das eh nicht Mögliche.

Als nüchtern kalkulierende Wissenschaftlerin war sie seit ihrer Zeit als Umweltministerin unter Helmut Kohl eine standfeste Verfechterin der Energiegewinnung aus dieser unendlich hirnrissigen, größenwahnsinnigen und niemals beherrschbaren Technologie.

Nun versucht sie, ganz kurz und knapp vor dem für sie so entscheidenden Wahlwochenende, das Ruder rumzureißen, weil sie glaubt, dass die Stimmung in der Bevölkerung durch das grausame Unglück auf der anderen Seite des Erdballs gekippt ist.

Und selbst wenn wir ihr äußerst gutgläubig glauben wollten, dass sie nach Erhalt der Nachrichten aus Japan und dort Fukushima im Tiefsten ihres Inneren schockiert war, und dass dieser heilsame Schock sie zu diesem sogenannten Moratorium bewog und nicht wahlkampftechnische Gesichtspunkte, selbst dann müssen wir uns über ihre Gesamtarroganz gegenüber ihrem Wahlvolk wundern.

Was geht da vor sich? Was denken sich ihre Beraterteams da, was denkt sich die Kanzlerin selbst? Wofür hält die da ihre Bürger, die sie so gerne „die Menschen“ nennt!?

Selbiges fragt man sich bei der peinlichen Rumhampelei in Sachen Militäreinsatz in Libyen. Oder bei der schlampigen Einführung von E10.

Geht sie – eingedenk Schröders Wiederwahl dank des lauten Neins zum Irakkrieg – davon aus, dass ihr Wahlvolk Kriegseinsätze immer ablehnt? Dass sowieso alle Ökos sind und man sich da zur Einführung eines neues Sprits keine Gedanken machen muss?

Okay, das Wahlvolk ist schwer einzuschätzen dieser Tage. Vor allem Stimmungen bestimmen das Gesamtklima. Eine nicht wirklich einleuchtende Sympathie für Vuzg scheint jedes Gefühl für sowas wie einen Rechtsstaat auszuhebeln. Auf der einen Seite scharen sich Massen hinter einen Lügner und Betrüger, auf der anderen Seite formiert sich enormer Widerstand. Schnell geht das alles, das Netz macht‘s möglich.

Andererseits wurde sie vor nicht allzu langer Zeit gewählt, trotz ihres teuflischen Versprechens an die Atomwirtschaft. Gewählt wurde auch die baden-württembergische Landesregierung, obwohl Stuttgart 21 schon längst beschlossene Sache war.

Das ist alles nicht unbedingt nachvollziehbar, aber auch noch lange kein Grund, dem Volk mit so einer Verachtung zu begegnen, wie es jetzt geschieht, auch wenn die Trauer um den Eisbären Knut kurz größer scheint als die um verstrahlte oder verschüttete Japaner.

Aber blöd ist das Volk trotzdem nicht, jedenfalls nicht so. Immerhin glauben die meisten an unsere sogenannte Demokratie, die eh nur ein kümmerlicher Parlamentarismus ist.

Aber Volksvertreter dürfen Meinungen vertreten, auch vehement und bitte schön mit sowas wie einer Vision verknüpft. In was für einem Land wollen wir leben? – Das fragt sich fast jede Werbekampagne, aber nicht unsere Politiker?

Schon die massiven Maßnahmen gegen die Proteste rund um den Castortransport Ende 2010 wirkten eher wie einem „Ausnahmezustand“ abgerungen denn wie demokratische Gepflogenheit. Der Staat schützt sich vor dem Bürger, der Wähler ist der Feind.

Vergessen ist schon längst, dass Positionen bezogen werden müssen, um zu regieren, dass Beschlüsse ausgefochten werden sollten, um Bestand haben zu können.

Seit Jahren ist Merkel es gewohnt, die Position ihrer Regierung nur nach dem auszurichten, was Presse, Meinungs- und Marktforschung sowie andere Interessenverbände als Stimmung im Volke auszumachen glauben.

Das ist zynisch, politik- und volksverachtend, lädt zu Missbrauch und Manipulation ein und fördert nur stumpfe Politikerpersönlichkeiten wie Norbert Röttgen. Der an Dummheit kaum zu übertreffende Umweltminister, potentielle Ministerpräsident, Kanzleranwärter und was auch immer er sonst noch in sich sieht, ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Parteipolitiker ihre Ämter und Pflichten für ihr eigenes Machtbedürfnis missbrauchen.

Von Tuten und Blasen keine Ahnung, aber schamlos für jedes höhere Amt bereit. Entschuldigung, aber so geht‘s nicht. Das Parteiensystem mit seinem Karriereprinzip hat unsere Demokratie samt deren Demokraten ausgehöhlt, Zeit für was Neues.

Innocent Song In Danger!

Subject: Innocent song in danger!

Dear Angus, Malcolm, Brian, Cliff und Phil,

today I adress myself very urgently to you! In my country (Germany) we have a politician named Karl Theodor von und zu Guttenberg, an aristocrat – we call him Vuzg. He fucks us off because ever since last week he is found guilty to be a liar and a con man, but nevertheless he stays in exalted position and is thanks to new lies still one of the most popular politicians.
For his rabble-rousing speeches he likes to use your song ‘Hell’s Bells’ as appearance music. That’s disgusting abuse and you should prevent it!
You associate without meaning with a dishonest tribune of the plebs who only respects his career but surely doesn’t respect Rock’n Roll.
Supported by other reactionary old farts of the German public sphere (Koch, Bouffier, Broder, Spiegel, Jörges – you will probably not know them, lucky devils!) he stands with guts and mockery beside that what is left over from democracy and treats the whole people as his vassals – with an impertinent attitude similar to that of Berlusconi in Italy or Gaddafi in Libya.
As our minister of defense he behaves more than a minister of war and risks reckless the life of thousands of soldiers in this senseless war in Afghanistan. Moreover he distracts the attention of his personal credibility problems by dishonest mourning in bad style about shot soldiers. His doctoral dissertation was lousy cribbed to a great extent, he non-stop brusques the general public, he lies continuously in the course of his affairs that he is embroiled one after another.
Please help us, that he gets clocked fairly, please don’t admit that the worst popper since ages is allowed to abuse your musical genius!

Thank you beforehand, we are between a rock and a hard place.
Yours, Uschi from SFN

Betreff: Innocent song in danger!

Lieber Angus, Malcolm, Brian, Cliff und Phil,

heute wende ich mich mit einer sehr dringenden Bitte an euch. In meinem Land (Deutschland) gibt es einen Politiker mit Namen Karl-Theodor von und zu Guttenberg, ein Adliger, den wir Vuzg nennen. Er kotzt uns erheblich an, weil er spätestens seit der letzten Woche als Lügner und Betrüger überführt ist, sich aber dennoch in Amt und Würden und mit weiteren Lügen in den Beliebtheitsskalen ganz weit oben hält.
Für seine hetzerischen Reden benutzt er gern euren Song “Hell’s Bells” als Auftrittsmusik. Das ist ein übler Missbrauch, den ihr unbedingt verhindern solltet!
Ihr macht euch damit ungewollt gemein mit einem verlogenen Volkstribun, der Respekt nur vor seiner Karriere hat, und sicherlich nicht vor Rock’n Roll.
Unterstützt von anderen reaktionären alten Säcken aus der deutschen Öffentlichkeit (Koch, Bouffier, Broder, Spiegel, Jörges – die ihr wahrscheinlich alle gar nicht kennt, ihr Glückspilze!) stellt er sich mit Schneid und Spott neben das, was uns an Demokratie geblieben ist, und behandelt das ganze Volk als seine Vasallen – mit ähnlich unverschämtem Gestus wie Berlusconi in Italien oder Gaddafi in Libyen.
Als unser Verteidigungsminister benimmt er sich eher wie ein Kriegsminister und riskiert rücksichtslos das Leben tausender Soldaten in diesem sinnlosen Krieg in Afghanistan. Dazu kommt, dass er dann die Aufmerksamkeit von seinen eigenen Glaubwürdigkeitsproblemen ablenkt – geschmackloser Weise mit verlogener Trauer um die erschossenen Soldaten. Seine Doktorarbeit ist zu großen Teilen mies abgeschrieben, er brüskiert am laufenden Band die Öffentlichkeit, er lügt fortgesetzt im Verlauf jeder seiner Affairen, in die er pausenlos verwickelt ist.
Helft uns, dass er mal richtig was auf die Glocke kriegt, lasst bitte nicht zu, dass sich der schlimmste Popper seit Jahrzehnten mit eurem Genius schmücken darf!

Danke im voraus, wir wissen kaum mehr ein noch aus.
Eure Uschi vom SFN

Young Men.


Deutsch with international broken English subtitles.
English text version below.

Junge Männer. Die wahrscheinlich sinnloseste Spezies unter der Sonne. Noch nicht mal Haare auf dem Rücken, lungern sie in Horden auf Bürgersteigen herum, belagern öffentliche und halb- und nichtöffentliche Verkehrsmittel und Plätze und suchen nach irgendetwas, das sie voll krass ey mal tun können, halt irgendwie. Weil, sie sind zum einen zu jung, um schon für irgendwas nützlich zu sein, aber auch zu stark und zu weit entwickelt, um begreifen zu können, dass sie zu Recht keiner jemals nach irgendetwas zu fragen gedenkt.

Junge Männer müssen z.Bsp. erst noch lernen, wie man richtig f****, und merken, dass das schwieriger ist, als auf die Straße zu spucken, obwohl sie sich doch ewig für die Stärksten, Größten, Krassesten, Coolsten und **** halten (müssen).

Bäh. So sieht’s aus, manchmal … Doch dann sieht man die kolossalen Umwälzungen dieser Tage in der arabischen Welt. Begonnen jeweils von letztlich eben solchen jungen Männern. Okay, in Tunesien, Ägypten, Bahrain oder Iran ist diese Spezies nicht so gut aufgestellt wie die Altersgenossen hierzulande, sie haben andere, größere, existentiellere Nöte, aber es sind eben auch diejenigen, und da unterscheiden sie sich am Ende wahrscheinlich nicht, die noch zu jung sind, um sich von dem jeweils herrschenden System vollends kaputt gemacht haben zu lassen. Krank wird man am Ende von jeder Gesellschaftsordnung, die zur Unterdrückung fähig ist, und krank wird hier irgendwann jeder im Laufe seines Lebens. “Zivilisationskrankheiten” heißt das dann, “wir bewegen uns zu wenig”. Was für ein bullshit! Die schlimmste derartige Krankheit ist die, die sich darin zeigt, dass wir partout nicht zu den Unterdrückten zählen wollen und uns deswegen der Mittelschicht zurechnen lassen! Dass wir Systemkritik langweilig finden oder in linken Nischen bis zum Erbrechen ausdiskutieren, ohne jemals in Erwägung zu ziehen, irgend etwas zu ändern! Weil eigentlich können wir alles nicht mehr hören, und solange unser Provider uns alle zwei Jahre ein neues iPhone verspricht, ist die Welt doch ganz in Ordnung.

Was wäre denn, wenn die hier auch mal so anfangen würden wie in Tunesien, Ägypten, Iran, im Jemen oder in Libyen? Warum sollten sich die ganzen Arschlöcher in den schicken Glas-Stahl-Palästen denn eigentlich so sicher sein, dass ausgerechnet ihnen nichts passieren kann?

Ja, auch hier gibt es mehr als genug Gründe, sich verarscht zu fühlen. Sinnlos sterben Soldaten in Afghanistan, die Kluft zwischen Arm und Reich ist mittlerweile gigantisch, die Kommunen sind pleite, während die Banker im Casino weiterhin um unsere Steuergelder wetten, der Planet wird bis zum get-no ausgebeutet und zerstört, auf riesigen Frachtschiffen müssen Crews für praktisch kein Geld schuften wie die Blöden, weil sie dafür zu sorgen haben, dass die Schrippen hier nicht mehr als 12 Cent kosten. Zig Beispiele mehr ließen sich hier mit Leichtigkeit anführen. Die bereits von der Krankheit infizierten Meinungsmacher versuchen all das immer als Allgemeinplätze, banale Systemkritik oder überstrapaziertes Gemoser abzutun. Und auch wenn das keiner mehr hören will, es ist verdammt wahr und eigentlich auch verdammt einfach, die Kacke ist auch hier am Dampfen, wir leben in einer Weise, wie sie nicht verträglich ist für die meisten anderen auf dem Planeten! Wir zahlen Steuern für ein paar raffgierige Idioten, die aber auch nur tun, was das System von ihnen verlangt: Sie sorgen ganz artig für Wachstum. Alternative Konzepte, wie z.Bsp. das Bedingungslose Grundeinkommen oder die Anarchie im Allgemeinen, müssen ein Schattendasein führen, weil wir alle infiziert sind. Alle? Aber eben vielleicht nicht ganz alle, vielleicht sind diese jungen Männer und hier eben auch die Frauen noch nicht ganz so doll infiziert. Vielleicht sind die noch zu retten – und retten am Ende uns?! Was, wenn es plötzlich hip wird, sich auf Facebook zum Widerstand zu verabreden? Was nun, wenn die ganzen jungen Männer plötzlich keinen Bock mehr haben auf die ganze Unterhaltungselektronik, auf schicke Autos und den ganzen sonstigen Konsumscheiß, wenn sie sich damit nicht mehr ködern lassen, sondern anfangen, dem ganzen Polit-, Geld- und Lobbygesocks in die **** zu treten? Hey, Jungs und Mädels, wir bauen auf euch, lasst uns nicht im Stich, haut zu, ändert alles, mal wieder auf einmal! Ihr schafft das, wir freuen uns drauf. Hurra. Wir treffen uns wieder, wenn diese **** endlich ordentlich **** wurden, und wenn **** wieder **** heißt, und auch das **** wieder Spaß machen darf.

Young men. Probably the most useless species under the sun. Not even hairs on their backs, they are hanging around in hordes on the sidewalks, besieging public and semi-public and non-public transit and places and looking for something to do, something totally phat, ey, just somehow. Because on the one hand they are too young to be useful for anything, but also too powerful and developed to realize that with good reason no one will ever ask them for anything.

For example, young men have to learn first how to f**** properly, and that this is more complicated than spitting on the street, although they always (must) fancy themselves as the strongest, greatest, phattest, coolest and ****.

Ugh. That’s how it goes, sometimes … But then you have these tremendous upheavals in the Arab world in these days. Started just by such young men. Okay, in Tunisia, Egypt, Bahrain or Iran this species is not as well-placed as their contemporaries over here, they have different, bigger, more existential hardships, but they are just the ones – and at least they are not differing in this – the ones who are too young to be broken by the regime yet. Finally you will be taken ill by any social system that is capable of oppression, and everyone over here will get sick in the course of his lifetime, too. It’s called ‘disease of civilization’, ‘we are moving too little’. What a bullshit! The worst disease of this type is that we absolutely don’t want to class with the oppressed, and therefore accept to be ranked among the middle class! That we think criticism of the political system is boring or has to be discussed ad nauseam in lefty niches, without ever considering to change anything.

Because we are so tired of all that, and as long as our provider promises a new iphone every two years, all’s right with the world somehow.

What if they’d start here like in Tunisia, Egypt, Iran, Yemen or Libya? Why should all the ass-holes in those fancy glass-steal-palaces be so sure that of all people they will not be harmed?

Yes, over here we have enough reasons to feel punked. Soldiers are dying senselessly in Afghanistan; the divide between rich and poor meanwhile is gigantic; the municipalities are bankrupt, while the bankers in the casinos are betting taxpayers’ money; the planet is exploited and distroyed; on huge cargo ships, crews have to work like nuts for nearly no money, because they have to care that white bread rolls over here don’t cost more than 12 cents. Many examples could be brought in easily. Those opinion makers, that are already infected by the disease, try to discount all this as commonplaces, banal criticism of the political system or as strained moaning and groaning. But even if no one wants to hear it anymore: it’s damned true and damned simple. The shit has hit the fan over here, too. We live in a way that’s not compatible for most people on this planet! We pay taxes for some greedy idiots who themselves are only doing what the system demands: they submissively care for growth. Alternative concepts like the  guaranteed minimum income or anarchy in general have to lead a miserable existence because we are all infected. All of us? Perhaps not, perhaps those young men and – over here – women as well are not that much infected yet. Perhaps they are still savable – and finally save us?! What if it is believed to be hip to make appointments for resistance via facebook? What if all those young men suddenly are no longer up for the whole entertainment electronics, for fancy cars and other consumption crap? If they don’t take the bait any longer, but start to **** the politics-, money- and lobby-riff-raff? Hey, boys and girls, we count on you, don’t leave us out in the cold! Slam shut, change everything, again all at once! You’ll cope with it! We are looking forward to. Hooray. We’ll meet again when those **** have been **** well, and when **** may be called **** again, and when even **** may be fun again.

Fury Uschi

Uschi is bored about this gentrification topic. She cannot hear it any longer.

But Uschi notices herself, that this attitude does not help. Because it’s a pop-market-position, to be bored, when you have heared something more then twice. That’s the issue of this little movie, see what Uschi becomes to!

And see the first and last Latte Machiato at Freies Neukölln!

(International Broken English with German subtitles)

Immer öfter lesen wir Sätze wie “Ich kann das nicht mehr hören” in Blogs und deren Kommentarspalten. Jedes Thema wird durch die neue und alte Medienwelt durchgezerrt, und ganz, ganz schnell wird es den meisten auch schon wieder langweilig damit. Dann muss die nächste Sau durchs Dorf gejagt werden.

Dahinter steckt ein prima Trick der Marktwirtschaft: Themen, die die Gesellschaft wirklich angehen, werden für kurze Zeit als hip und trendy vermarktet, selbstverständlich auch Themen, die unsere Wirtschaftsordnung im Mark erschüttern sollten. Aber ein Trend hält nicht lange an, und so schafft es der Markt selbst kritische Entwicklungen für sich nutzbar zu machen, weil ein Modethema nicht ausreichend Unruhe stiftet, aber kurzfristig für Interesse sorgen kann. Sobald so etwas wie tatsächliche Bürgerproteste entstehen, wird das Thema gleichzeitig wieder von den Titelseiten genommen. Die ersten rufen den ordentlichen Bürger schon wieder zur Ruhe, bevor man überhaupt damit beginnen konnte wirklich unruhig zu werden, das ganze wird runtergespielt, klein geredet, am Ende verurteilt und kriminalisiert. Und dann gibt es irgendwo anders schon wieder einen neuen Krisenherd, einen neuen Lebensmittelskandal oder Neues von He- und She-Vuzg. Und so kommen sie am Ende alle durch, all diejenigen, die Besitzstände zu wahren haben. Weil bald schon werden wir auch nichts mehr von Dioxin hören wollen, oder von Twitterrevolutionen, oder von gesetzlichen Frauenquoten. Und Gentrification mögen wir am Ende doch sowieso alle.

Die Pragmatiker sind es, die sich dann, wenn die erste Welle der Empörung abgeebbt ist, zu Wort melden, wobei Pragmatismus nichts als ein Deckmäntelchen der Feigheit (diesen Link zu setzen fiel unendlich schwer, ich hab es aber trotzdem getan) ist. Der Feigheit vor dem tatsächlichen Wandel. Alles darf immer ein bisschen anders werden, aber eben nur ein bisschen, und eben eigentlich gar nicht. Ein bisschen Protestkultur, aber mit dem Wort des Jahres ist dann auch genug protestiert. Ein bisschen Veränderung ist immer schön, siehe Gentrification. Ein bisschen WikiLeaks, aber immer schön vorsichtig sein, und She-Vuzg kommt zwar komisch rüber, aber irgendwie ist ihr Engagement doch toll.

Was soll das alles, wen wir nicht mal an etwas dranbleiben? Wenn wir uns vom Markt der Aufgeregtheiten vor uns hertreiben lassen? Wenn wir alle immer die guten, besonnenen Bürger mimen, wo es alles andere als Grund zur Besonnenheit gibt?

Nur weil ein paar Leute Angst haben vor denen, die wütend sind? Weil Wut nur cool ist, wenn sie rechtzeitig wieder aufhört und in einem lustigen Gag mündet?

Wut und Zweifel sollten dafür sorgen, dass uns Herzensanliegen niemals langweilig werden können, dranbleiben, heißt dem Markt ein Schnippchen zu schlagen. Wut und Zweifel sind die Kräfte, die uns voran bringen, sie sind kein Makel.

News: Die zu Guttenbergs und das Berliner Schloss

In die Debatte um Baubeginn und Nutzung des Berliner Stadtschlosses bringt nun unser schneidiger Verteidigungsminister neuen Wind. Wer hätte das gedacht, ausgerechnet jetzt, da er in so tiefen Schwierigkeiten mit seiner Armee steckt. Hier jedenfalls stimmt plötzlich der Informationsfluss wieder, und das umstrittene Gebäude wird nun vielleicht doch gebaut!?

Deutsch mit gebrochen englischen Untertiteln

In the centre of Berlin, we should better say in the heart of the German Republic, there is a big void. The projected reconstruction of the Berlin Palace is not progressing well. But now, our edged minister of defense, von und zu Guttenberg (Vuzg) proposed to adopt the building, and now things will go ahead.

German with international broken english subtitles