… und Ruhe will gelassen sein …

So, da wären wir mal wieder. Eigentlich schon längst sollte das nächste Kapitel von Agora Tutti veröffentlicht sein, aber nun ja, was sollen wir sagen, es wird schon. Demnächst.  Vorab mal ein paar Gedanken und Hühner zum allgemein verkommenen gesellschaftlichen Diskurs, der eigentlich nur noch daraus besteht alle aufeinander zu hetzen, und ein Lob des “Sich in Ruhe lassens”, sowie des Dissenses, ohne den Teilhabe immer ungerecht sein wird. Und alles natürlich unter vor allem anderen auch als Kommentar zu Geschehnissen der Proteste, oder vielmehr unter den “Aktivisten” im Rahmen dessen, was sich Global Change nennt, und zumindest in Berlin doch eher vor sich hin kümmert, bzw. sich anderweitig wichtig tut.

Und mit Agora Tutti geht es auch weiter. Das Drehbuch für Folge 2 ist fertig, gedreht wird dieser Tage. Versprochen. Bis denne.

7 Gedanken zu “… und Ruhe will gelassen sein …

  1. Hier noch der Text ohne Hühner:

    Liebe Wettberwerberinnen und Wettbewerber,
    Ach lasst mich doch bitte in Ruhe.
    Ach lasst euch doch endlich gegenseitig in Ruhe.
    Wann fangt ihr denn endlich mal an darauf zu scheissen, was andere tun!?
    Zumindest in eurem direkten Umfeld?
    Glaubt irgendjemand ernsthaft, dass es aus Dauerpipifaxgezänk einen echten Ausweg gibt? Oder, dass umgekehrt durch Gruppenkuscheln sich 7 Mrd. Menschen in einer einzigen Umarmung zusammenschließen können?!
    Lasst mich doch in Ruhe!
    Global Change heißt das für mich entscheidende Stichwort der letzten Jahre. Und nicht Global Zoff und schon gar nicht Global Konsens.
    Was derzeit Protestierende weltweit eint, seien es Bergarbeiter in Spanien oder Südafrika, Seniorinnen in Pankow, Studierende in Chile oder Schirmkünstlerinnen in Berlin ist der Dissens. Und die immer wiederkehrende Formulierung unseres Dissenses mit dem bestehenden ist der Kern von so etwas wie Teilhabe aller, die sich deutlich unterscheidet von so einem weichgespülten Mitbestimmen. Aus dem Dissens entwickelt sich immer alles neu, und erst wenn ich den Dissens zwischen Menschen und Gruppen als solchen akzeptiere kann ich dazu kommen unterschiedlichste Positionen wirklich anzuhören und in mein Leben einzubeziehen. Alles andere, schlage ich vor, überlassen wir Sektierern oder Handelsvertretern, und die dürfen mich gerne in Ruhe lassen.
    Wir fangen an das Neue zu denken. Das bislang nicht bekannte. Und dabei machen wir Fehler, dabei treffen wir auf Idioten, dabei gibt es Vor- und Rückschritte. Aber hey, es ist eben schwer das Neue zu denken. Da sind wir ganz fix zurück im alten, denken immer wieder zuerst aus den alten Strukturen von Hierarchie, Strafe und Leistungsbilanz heraus, wie sollte das auch anders sein? Wir stecken alle immer noch fest im Käfig des gegenwärtigen, und Stück für Stück tasten wir uns vor auf dieses Neuland. Das ist der revolutionäre Prozess von dem schon Rudi Dutschke sprach. Der eine tut das indem er Manifeste formulieren will, Gruppen gründet und Abmahnungen ausspricht, der andere tut dies auf der Strasse bei Aktionen und hinter Barrikaden, der nächste indem er kleine oder große Projekte mit Gleichgesinnten initiiert. Dem einen passt jenes besser als anderes, man mag weiter oder noch nicht so weit sein in dem Prozess, ich mag das eine mehr und das andere weniger, ich sollte aber aufhören zu glauben, dass mein Geschmacksurteil über die grade verkostete Erbswurstsuppe wahnsinnig wichtig ist. Ich sollte lieber das stören, was mich wirklich stören sollte.
    Und lasst mich dabei in Ruhe.
    Seit Jahren funktioniert der gesellschaftliche Diskurs auf immer die selbe Art und Weise: Provozierende Thesen werden nicht diskutiert, sondern sprichwörtlich durchs Dorf getrieben, bis es allen langweilig wird und das Thema durch ist. Reflexartig schreien kurz alle auf, irgendein Volldepp kassiert mittels Buchverkäufen oder anderen Erlösen einen großen Haufen Kohle, wird von den einen verdammt und von den anderen vergöttert, und dann ist die Nummer wieder rum und die nächste Sau kommt dran. Hauptsache wir haben uns alle mal kurz aufgeregt, haben vielleicht gar Zivilcourage gezeigt, haben was getan, oder uns getraut was zu sagen. Wir spielen bürgerliche Öffentlichkeit. Mein Eindruck ist häufig, dass wir schon längst diese Art von Scheindebatten für echten gesellschaftlichen Diskurs halten. Bis hinein in intimst private Bereiche setzt sich diese Art der reflexhaften Debatte fort. Aufmerksamkeit heißt die Währung, die hier einzig eine Rolle spielt. Nicht Ergebnisorientierung sondern Aufmerksamkeit ist wichtig in einem Konkurrenz- und Wettbewerbssystem. Und weil ich Aufmerksamkeit für meine Position einfordere, befördere ich in der Regel das, was ich bekämpfe. Weil diese Scheinöffentlichkeit keine echte Debatte zulässt. Es gibt nur das übliche Spiel, in welchem wir aufeinander gehetzt werden und uns aufeinander hetzen lassen. Da haben wir verlernt zu unterscheiden zwischen echter Debatte, die natürlich wichtig ist, zwischen einer echten Positionierung und einer reflexhaften Lagerbildung. Und dabei wird irgendwie alles gleich wichtig, gleich böse, gleich gefährlich, bis wir irgendwann gar nicht mehr wissen, wer oder was uns eigentlich bedroht, weil in jeden Absatz, jeden Halbsatz, jeden sonstwie unbedeutenden Smileyfurz immer gleich die ganze Palette des abgrundtiefen menschlichen Abgrunds hinein interpretiert werden muss.
    Die echte Wertschätzung der eigenen Aufmerksamkeit, sie bedeutet schließlich Lebenszeit und viel, viel Energie, könnte uns doch eigentlich viel häufiger dazu bringen, diese den Leuten, Projekten, Ambitionen, Dingen zu schenken, die uns wichtig und richtig erscheinen.
    Lasst mich in Ruhe.
    Ich persönlich sehe nicht, warum ich mich mit Nationalstaats- und D-Mark-Freaks über die europäische Einigung einigen sollte , ich halte mich gernstens fernst von neoliberalen Arschgeigen, ich brauche keine Putinfreunde in meinem Freundeskreis. Und ich muss nicht alles mitmachen oder gut heißen, was in meinem Umfeld geschieht.
    Ich lass euch in Ruhe.
    Erst wenn wir anfangen zu ignorieren was uns nicht interessiert, wenn wir aufhören Positionen zu bewerten, nur weil sie grade nicht unsere sind, erst dann fangen wir an allen Sicht- und Denkweisen einen angemessenen Platz in der Gesamtdebatte zu verschaffen, selbstverständlich vorrausgesetzt dies passiert auf der Grundlage eines nichtdiskriminierenden Miteinanders.
    Und unser Leben wird schöner und reicher, wenn wir uns mit den Leuten, den Fragen, den Projekten befassen, die wir für wesentlich und wesentlich richtig halten. Und die anderen, die lassen wir in Ruhe. Hetzkampagnen sind keine Initiativen. Und aus Kampagnen formt sich kein revolutionärer Prozess.
    Schluss mit den Reflexen, lasst uns aufhören Engagement mit Einmischung zu verwechseln, Maul halten mit Debattenverzerrung.
    Lasst mich in Ruhe!
    Der Spirit des letzten Jahres hieß Global Change, Laut, bunt, kreativ, und nicht wer hat den längsten und lässt diesen am längsten raushängen und geht mir damit am dollsten auf den Zeiger.
    Lasst uns dem provozierend begegnen, das wir abschaffen wollen, lasst uns ungnädig sein gegenüber allen Arten von Ungerechtigkeit und den ökonomischen Diktaten, die uns und unseren Planeten zu Tode reiten. Allen anderen Peanuts, die uns unser Gäumchen versalzen, lassen wir gnädigst Ignoranz angedeihen.
    So, das war’s, vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

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