#21no – Der Kleistfilm zum Abschluss des Kleistjahrs

“Das Äußerste, das Menschenkräfte leisten,
Hab ich getan – Unmögliches versucht.
Mein alles hab ich an den Wurf gesetzt.
Der Würfel, der entscheidet, liegt, er liegt.
Begreifen muß ich’s – und, daß ich verlor.”                 (Penthesilea)

Am 21.11.1811 erschoss Heinrich von Kleist befreit und bester Stimmung seine Todesgefährtin Henriette Vogel und sich. Damit fand ein außergewöhnlich intensives und radikal geführtes Leben ein selbstgewähltes und freies Ende.

Seine Radikalität im Ausloten und Durchglühen der eigenen Kreativität ist es, die ihn uns als Vorbild und Inspiration noch heute so unendlich wertvoll macht.

Seine Ruhelosigkeit und seine Kraft, sein unbändiger Wille, sein Innerstes in unsterbliche Verse zu pressen und seinem Leben somit gigantische Größe zu verleihen, ohne dabei diese Größe von anderen zu fordern, sondern sie nur bei und in sich selbst suchend, sind für uns mehr als Grund genug, den Versuch zu wagen, sich diesem Giganten filmisch zu nähern. Entstanden ist dabei ein einzigartiges Dokument einer Begegnung im Hier und Jetzt mit der rasanten Dramaturgie dieser überfülltesten 34jährigen Lebensgeschichte.

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Grundlage des Filmes ist dabei der Aufsatz von Stefan Zweig “Der Kampf mit dem Dämon”. In unbeschreiblich inniger und außergewöhnlich einfühlsamer Weise beschreibt Zweig das Leben Kleistens in einem dichten, sprachlich ausgefeilt-wendig-präzisen Aufsatz. Damit wird er dessen Leben und Anspruch wahrlich gerecht: Er katapultiert Leben und Werk dieses unmäßigen Menschen hinein in die Gesamtwelterzählung aller, macht sie zu einem wichtigen und großen Kapitel der Menschheitsgeschichte, inklusive des dramatischen und befreienden Freitodes, der eben kein Unfall war, keine überhitzte Kurzschlussreaktion, sondern die freie Entscheidung eines großen Geschichtenerzählers.

Dauer: 1 Stunde, neun Minuten.

Selbstverständlich steht auch dieser unser Film unter einer Creative-Commons-Lizenz, in dem Falle: cc-by-nc-sa.

Text: Stefan Zweig
Kleistenbummlerin: Melanie Seeland
Tonmischung: Brian Krüger
Schnitt: Heinrich Bindschädel
Regie u.a.: Matthias Merkle

Musik (alles von ccmixter):

“Missing Person” by timberman featuring Ciggi Burns
2010 – Licensed under Creative Commons Attribution Noncommercial (3.0)

“PIANO track from Aven le roma – remix” by minimal_art
2006 – Licensed under Creative Commons Attribution Noncommercial

“Missing Person” by Pitx featuring CiggiBurns, Bill Ray, Cdala, Waysidedrive
2010 – Licensed under Creative Commons Attribution Noncommercial (3.0)

“Shelbarella – Stems” by DP is DEAD
2009 – Licensed under Creative Commons Attribution Noncommercial (3.0)

“Missing Person CSoul remix” by CSoul featuring CiggiBurns,Alex (AlexBeroza)
2011 – Licensed under Creative Commons Attribution Noncommercial (3.0)

“Missing Person” by Jeris featuring CiggiBurns, BillRayDrums
2011 – Licensed under Creative Commons Attribution Noncommercial (3.0)

“The Great Divide” by waysidedrive
2010 – Licensed under Creative Commons Attribution Noncommercial (3.0)

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